Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein
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26.10.2012 | Jubiläumsjahr Johannes Falk 2013 offiziell eröffnet

Jubiläumsjahr Johannes Falk 2013 offiziell eröffnet

Jubiläumsjahr Johannes Falk 2013 offiziell eröffnet

Johannes Daniel Falk (1768-1826) war Dichter, Naturforscher, Philosoph, Christ und Bahnbrecher neuzeitlicher Pädagogik und Sozialfürsorge. Ein großer Geist im klassischen Weimar und dennoch ist er weitgehend in Vergessenheit geraten. Vielen ist er nur als Dichter des bekannten Weihnachtsliedes „O du fröhliche“ geläufig. Zu unrecht, denn sein soziales und pädagogisches Engagement kann als Gründungsimpuls der Diakonie und des modernen Sozialstaates gesehen werden.


Heute, zwei Tage vor Falks Geburtstag, wird das Jubiläumsjahr „Johannes Falk 2013“ offiziell eröffnet. Es erinnert an die Gründung der „Gesellschaft der Freunde in der Not“, die 1813 erfolgte. Mit zahlreichen Veranstaltungen soll bis Oktober 2013 das Wirken Falks in zahlreichen Veranstaltungen in den Blick genommen werden.


Schwerpunkte des Jahresprogramms:

31. Januar bis 2. Februar 2013: Tagung im congress centrum neue weimarhalle
„Johannes Daniel Falks Impulse für Sozialpädagogik, Diakonie und Sozialpolitik“.
www.ev-akademie-thueringen.de
25./26. Mai 2013: Festwochenende anlässlich des 200. Jahrestages der Gründung der Gesellschaft
der Freunde in der Not mit Stadtrundgang, Festvortrag und Führung durch die Ausstellung „… dem Volk und den Musen treu – Johannes Daniel Falk in Weimar“ sowie mit Festkonzert und Kantatengottesdienst in der Herderkirche. www.kirchenkreis-weimar.de / www.klassik-stiftung.de
Ab Frühjahr 2013: Spendenaktion „200 Freunde gesucht“ zugunsten des Projektes „Weimarer Tafel plus – Kindern eine Chance geben“. An der Weimarer Tafel geht im Frühjahr 2013 ein zusätzliches Angebot zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen an den Start. 200 Jahre nach der Gründung der Gesellschaft der Freunde in der Not werden 200 Freunde gesucht, die dieses Projekt mit 200 Euro unterstützen. mehr


Veranstalter:

- Evangelische Akademie Thüringen
- Klassik Stiftung Weimar / Goethe- und Schiller-Archiv
- Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis und Kirchengemeinde Weimar
- Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbH
- Johannes Falk e.V. Weimar
- Landesgraduiertenkolleg “Protestantische Bildungstraditionen in Mitteldeutschland” der Friedrich-Schiller-Universität Jena
- Stadt Weimar / Kulturstadt Europas


Die Schirmherrschaft hat Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht. Unterstützt wird das Jubiläumsjahr von der Sparkasse Mittelthüringen, der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, der Share-Value-Stiftung und dem Freistaat Thüringen.


Die Gesellschaft der Freunde in der Not

In den Kriegsjahren 1806 bis 1813 beschäftigte Falk mehr und mehr das Schicksal der durch den Krieg leidenden Bevölkerung, insbesondere das der eltern- und heimatlos gewordenen Kinder und Jugendlichen. Persönlich erleidet Falk 1813 harte Schicksalsschläge: Vier seiner sieben Kinder sterben innerhalb weniger Monate. Gemeinsam mit dem Stiftsprediger Karl Friedrich Horn gründet er 1813 die „Gesellschaft der Freunde in der Not“. Anliegen war die Unterstützung für notleidende junge Menschen.

Vor allem private Unterstützer haben die Tätigkeit des späteren „Falkschen Instituts“ getragen. Dabei stand ein doppelter Bildungsansatz im Zentrum: Den Jugendlichen wurde eine praktische Berufsausbildung bei Handwerksmeistern ermöglicht, also Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Ergänzt wurde die praktische Ausbildung durch religiöse Unterweisung und umfassende Bildung. Diese Gründung markiert einen wichtigen Punkt in der Geschichte von Sozialpolitik und Sozialfürsorge im deutschsprachigen Raum und kann als Gründungsdatum der Evangelischen Jugendsozialarbeit und als einer der Gründungsimpulse der Diakonie und des modernen Sozialstaates angesehen werden.

1826 stirbt Johannes Falk in Weimar. Nach dem Vorbild des Falkschen Instituts entstanden zahlreiche sozialpädagogische Einrichtungen in Deutschland und anderen Ländern, so z.B. das von Johann Hinrich Wichern 1833 gegründete Rauhe Haus in Hamburg.

Im Weimarer Kulturstadtjahr 1999 wurde die „Gesellschaft der Freunde in der Not“ unter dem Namen „Johannes Falk e.V.“ wieder gegründet. Der Verein untertützt seither regelmäßig kulturelle und soziale Projekte in der Stadt Weimar.


Wer war Johannes Daniel Falk?

1768 wurde Johannes Daniel Falk in Danzig geboren. 1791 nahm er ein Theologiestudium in Halle/Saale auf, sein Interesse galt aber auch der Antike, der Philosophie, der Literatur, der Naturwissenschaften und der Politik. So begann er 1795 als freier Schriftsteller zu arbeiten. Zwei Jahre später siedelte er nach Weimar über. Seine schriftstellerische Tätigkeit trat in den Kriegsjahern 1806 bis 1813 mehr und mehr in den Hintergrund. 1813 gründete er gemeinsam mit dem Stiftsprediger Karl Friedrich Horn die „Gesellschaft der Freunde in der Not“. Gemeinsam mit seiner Familie und den angenommenen Kindern bezieht Falk 1821 den so genannten Lutherhof in Weimar. 1826 stirbt Johannes Falk in Weimar.


Informationen zum Jubiläumsjahr Johannes Falk 2013: www.falk2013.de
Download Bildmaterial und Logo des Falk-Jahres: www.ekmd.de

Bei Rückfragen: Annegret Grimm, Evangelische Akademie Thüringen, Tel.: 036202 / 984-23, grimm@ev-akademie-thueringen.de

 
 
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