Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein

26.09.2017 | Einander sehen

26.09.2017 | Einander sehen

„Wie würde sich die Welt verändern, wenn wir nicht nur auf uns schauen würden.“ – Das war die Botschaft der ­Geschichte vom barmherzigen Samariter, welche einige der Bewohner vom Gefeller Michaelisstift spielerisch und musikalisch auf ihre Art vorführten. Die vielen Menschen in der voll besetzten Kirche in Gefell hörten am Sonntagnachmittag außerdem eindrucksvolle Worte zum ­Motto des Jahresfestes des Michaelisstift „Einander sehen“.

Pfarrer Toralf Hopf nahm es zunächst wörtlich, ging die Bankreihen im Kirchenschiff entlang und sprach die Leute an, gab manchem die Hand. „Die Sehnsucht, wahrgenommen, gesehen zu werden, ist heute groß.“ Die Freude daran kenne jeder. „Wir wollen gesehen werden, aber nur die Begegnung auf Augenhöhe führt zu einem ­gelungenen Miteinander“, gab er mit auf den Weg. Das Michaelisstift sei ein Ort, an dem sich erahnen lasse, was Gottes Sehen alles bewirken könne. „Das es gut wird, dass es gut bleibt.“ Der Pfarrer sprach besonders die Mitarbeiter des Michaelisstiftes an, die pflegen, beraten, heilen, trösten, ermutigen. Aus der Hoffnung heraus, das Beste für die ihnen anvertrauten behinderten Menschen zu wollen und zu ­geben.

Einer, der seit 35 Jahren im Dienst der Diakonie steht, ist Jürgen Heller. Er wurde von Dr. Klaus Scholtissek, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Diakoniestiftung mit einer besonderen Ehre bedacht: Er durfte im Gottesdienst das goldene Kronenkreuz der Diakonie entgegennehmen.

Für einen festlichen Rahmen sorgte der Chor des Michaelisstiftes. „Gut, dass wir einander haben“ war nur eines der Lieder, die mit viel Freude dargeboten wurden.

„Die Menschen zu sehen, die am Rand stehen, darum geht es“, sagte Andreas Berger. Er ist als Wohnverbundleiter in Gefell ­gemeinsam mit 58 Mitarbeitern für etwa 80 Frauen, Männer und Jugendlichen mit geistigen und körperlichen Behinderungen verantwortlich. Wenn man sich heute umsehe, so Berger, sehe man viel Egoismus, auch Gedankenlosigkeit. „Wir stellen dem Annahme und Geborgenheit gegenüber.“

Markus Enders vom Stiftungsrat sprach ein anderes Problem an: „Wir hoffen, dass die Politik uns und unsere Probleme auch nach der Wahl noch sieht.“ Ein Problem sei, das behinderte Menschen nicht als Wähler zur Bundeswahl zugelassen seien.

Dass so viel Optimismus im Michaelisstift Gefell ausgestrahlt wird, brachte Landrat Thomas Fügmann (CDU) zum Ausdruck: „Es liegt mir am Herzen, dass es allen Menschen gut gehen soll. Menschen, die für sich selbst sorgen können und Menschen, die Hilfe brauchen.“ Dass die Bewohner des Michaelisstiftes integriert seien, falle auf.

„Seit einigen Monaten überlegen wir, wie wir die Angebote für Senioren, und nicht nur sie, ­erweitern können“, brachte Klaus Scholtissek einen weiteren Aspekt vor. Mit der Tagespflege habe man begonnen. Jetzt denke man darüber nach, auch im ambulanten und stationären Bereich weiterzukommen. Ideen seien dabei gefragt.

Nach dem Festgottesdienst gab es im Garten des Michaelisstifts noch viel zu erleben. Spiele, kreatives Gestalten, Pferdekutschfahrten, Besichtigungen, Marktstände und viele Leckereien warteten auf die Bewohner und ihre Gäste.

Conny Bergemann vom neu eröffneten Connys Gasthof in Dobareuth hat 180 Euro zum Jahresfest gespendet. Das Geld wird für die Grillhütte verwendet.


Text: Simone Zeh, OTZ
Bilder: Sandra Smaile, Diakoniestiftung

 
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