Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein

Herdergeburtstag 2018

Herdergeburtstag 2018

Weimar. „Herders Grundauffassung Humanität durch Bildung und sein Plädoyer für Vielfältigkeit und Toleranz, besonders seine Ablehnung der Einteilung der Menschheit in Rassen sind heute aktueller denn je und Merkmal einer weltoffenen Gesellschaft“: Das betonte Ministerpräsident Bodo Ramelow am Freitagabend in der Herderkirche beim Empfang von Kirche und Diakonie am Vorabend des 274. Herdergeburtstages. Wenn versucht werde, durch offenen Rassismus, Menschen mit anderer Hautfarbe, anderer Herkunft, anderer Kultur und anderem Glauben auszugrenzen, erfordere das unseren entschiedenen Widerstand.

Ramelow forderte dazu auf, Präsenz zu zeigen, wenn am heutigen Samstag in Mattstedt der Versuch unternommen werde, neben Themar einen zweiten Ort in Thüringen für Rechtsrockkonzerte zu etablieren. Auch Superintendent Henrich Herbst rief zur entschiedenen Positionierung für Humanität, Toleranz und Nächstenliebe ganz im Sinne Herders auf.

Die Festrede zum Herdergeburtstag hielt Professor Jan Philipp Reemtsma zum Thema: „Herders geschichtsphilosophische Sorge“.Mit Christian Andrés Parra Sánchez (27) aus Kolumbien wurde ein junger Designer ausgezeichnet, der sich in seiner Abschlussarbeit „Gegenstand“ intensiv mit Xenophobie, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in der heutigen globalisierten Gesellschaft auseinandersetzt. Im Rahmen seiner Masterthesis habe Christian Sanchez, Absolvent der Burg Giebichenstein – Kunsthochschule Halle, „eine sehr beeindruckende und für einen Abschluss im Industriedesign außergewöhnliche schriftliche Arbeit erstellt, die Ursachen und Wirkungen von Andersartigkeit aufzeigen und ergründen“, hob in seiner Laudatio Professor Dieter Hofmann, Rektor der „Burg“, hervor.

Selbst erlebte Diskriminierung sei der Auslöser gewesen, sich so intensiv mit diesem Themengebiet zu beschäftigen. „Unsere Gesellschaft braucht dringender denn je Mitglieder, die Werte, wie Weltoffenheit und Gleichbehandlung aller Menschen thematisieren und einfordern. Werte, die auch in Herders Werk immer wieder im Mittelpunkt stehen.“ Denn Xenophobie, nicht nur in Deutschland, stehe im absoluten Widerspruch zu den Herderschen Idealen. Die Masterarbeit von Christian Sanchez karikiere nach Angaben von Professor Hofmann „die Diskriminierung Fremder und das Bestreben nach normierter Gleichheit.“ Große Aufmerksamkeit fanden seine vier zum Thema erstellten Objekte.

Um den Herder-Förderpreis hatten sich nach Angaben von Superintendent Herbst drei Studierende bzw. Absolventen beworben. Die Jury habe sich mit großer Mehrheit für Christian Sánchez entschieden. Der mit 2000 Euro dotierte Förderpreis wird seit acht Jahren im Gedenken an den Theologen, Dichter und Weimarer Generalsuperintendenten Johann Gottfried Herder (1744-1803) vom Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Weimar, dem Sophien- und Hufelandklinikum Weimar und der Diakoniestiftung Weimar-Bad Lobenstein verliehen.

Christiane Weber / Thüringer Allgemeine / 25.08.18


 
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