Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein

28.11.2017 | Bodo Ramelow bei DeCOLOR24

28.11.2017 | Bodo Ramelow bei DeCOLOR24

Thüringens Regierungschef beeindruckt vom Saalfelder Inklusionsbetrieb

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat in dieser Woche den Inklusionsbetrieb DeCOLOR24 in Saalfeld besucht und zeigte sich beeindruckt.
Der Betrieb wurde vor zehn Jahren gegründet und hat sich seitdem zu einem erfolgreichen Unternehmen entwickelt. DeCOLOR24 ist ein Inklusionsbetrieb. Dort bekommen Menschen eine Chance, die sonst am Arbeitsmarkt nicht ankommen. Die 30-köpfige Mitarbeiterschaft besteht zu 50 Prozent aus Menschen mit Behinderung, arbeitet aber unter gleichen Bedingungen wie alle anderen Unternehmen auch.
„Wir sind ein Automobilzulieferer und arbeiten in den Bereichen Entlacken, Montage und Demontage. Dazu verfügen wir über ein gut organisiertes Logistikteam, das die Verpackung und den Transport übernimmt. Ein weiteres Geschäftsfeld bildet die Umwicklung von Jumbofolien aus Aluminium oder PVC auf handelsübliche Größen“, zählt Geschäftsführer Mario Bartholomaeus, die Stärken des Betriebes auf.

Seiner Einladung zum zehnjährigen Bestehen war Thüringens Regierungschef zwar nicht im September, dafür aber nun nachgekommen. Fast zwei Stunden nahm er sich Zeit für einen Rundgang durch die Produktionshallen und eine anschließende Diskussion mit Superintendent Henrich Herbst, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Diakoniestiftung, Dr. Klaus Scholtissek, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, sowie Bettina Schmidt, Geschäftsbereichsleiterin Eingliederungshilfen, und dem Technischen Leiter Andreas Eberlein.
Dort wurde über die Entstehung des Betriebes gesprochen und wie wichtig es für Menschen ist, eine erfüllende Aufgabe zu haben, um gut leben zu können. Thema war auch, dass 70 Prozent der Arbeiten bei DeCOLOR24 Anlerntätigkeiten sind und nach meist kurzer Einarbeitung gut von Menschen mit Handicap ausgeführt werden können.

Doch die Geschäftsführung konfrontierte den Ministerpräsident auch mit kritischen Anmerkungen. Zum Beispiel damit, dass es für Inklusionsbetriebe außer der Mehrwertsteuerbefreiung und der Ausgleichsabgabe keine Förderung gibt und die Geschäftsführung dringend Nachbesserungen wünscht. „Wir fallen aus sämtlicher Wirtschaftsförderung raus, auch die IHK bzw. EU-Töpfe bleiben uns versperrt. Bei Einstellungen wird doppelt und dreifach geprüft, Behinderung muss an mehreren Stellen nachgewiesen werden und dabei sparen wir dem Sozialsystem durch die Einstellung langzeitarbeitsloser Menschen viel Geld“, zählte Mario Bartholomaeus auf und bat den Ministerpräsidenten, sich dieser Probleme anzunehmen. Schnell waren alle in einem regen Austausch zu diesen Fakten. Es wurde deutlich, dass so manche Unstimmigkeit durch die Trennung von Arbeits-, Sozial- und Wirtschaftspolitik verursacht wird.

Ganz sicher werden die angesprochenen Themen in Erfurt weiter behandelt, das versprach der Ministerpräsident. Auch zwei Anfragen, die aktuell den Thüringer Landtag beschäftigen, drängen dazu - immer das Ziel vor Augen, Menschen mit und Menschen ohne Behinderung auf Augenhöhe zu behandeln, keine Unterschiede zuzulassen und jedem beste Bedingungen für ein erfolgreiches Wirken zu bieten.

Bild (v.l.): Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, Technischer Leiter Andreas Eberlein, Aufsichtsratsvorsitzender Henrich Herbst, Geschäftsführer Mario Bartholomaeus und Mitarbeiter Stefan Hook

 
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