Jährlicher Empfang von Kirche und Diakonie in Weimar anlässlich des Herdergeburtstages

Johann Gottfried Herder wurde am 25. August 1744 geboren. Aus diesem Anlass laden Kirche und Diakonie in jedem Jahr Ende August zu einem gemeinsamen Empfang in die Herderkirche Weimar ein.

Hier erfahren Sie mehr über die Tradition den Geburtstag von Johann Gottfried Herder, den früheren Weimaerer Generalsuperintendent, auch lange nach seinem Tod zu feiern.

Im Gedenken an den bedeutenden deutschen Theologen, Dichter und Philosophen Johann Gottfried Herder stiften der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis und die Kirchengemeinde Weimar, das Sophien- und Hufelandklinikum Weimar sowie die Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbH in jedem Jahr den Herder-Förderpreis für Studierende.

Susann Ludwig
Assistentin der Geschäftsführung

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07356 Bad Lobenstein
Tel.: 036651 - 3989-10
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Christin Sperling/ Mechthild Köditz
Sekretariat der Superintendentur des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Weimar

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99423 Weimar
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Einladungsflyer/ Programm

Weimar. „Herders Grundauffassung Humanität durch Bildung und sein Plädoyer für Vielfältigkeit und Toleranz, besonders seine Ablehnung der Einteilung der Menschheit in Rassen sind heute aktueller denn je und Merkmal einer weltoffenen Gesellschaft“: Das betonte Ministerpräsident Bodo Ramelow am Freitagabend in der Herderkirche beim Empfang von Kirche und Diakonie am Vorabend des 274. Herdergeburtstages. Wenn versucht werde, durch offenen Rassismus, Menschen mit anderer Hautfarbe, anderer Herkunft, anderer Kultur und anderem Glauben auszugrenzen, erfordere das unseren entschiedenen Widerstand.

Ramelow forderte dazu auf, Präsenz zu zeigen, wenn am heutigen Samstag in Mattstedt der Versuch unternommen werde, neben Themar einen zweiten Ort in Thüringen für Rechtsrockkonzerte zu etablieren. Auch Superintendent Henrich Herbst rief zur entschiedenen Positionierung für Humanität, Toleranz und Nächstenliebe ganz im Sinne Herders auf.

Die Festrede zum Herdergeburtstag hielt Professor Jan Philipp Reemtsma zum Thema: „Herders geschichtsphilosophische Sorge“.Mit Christian Andrés Parra Sánchez (27) aus Kolumbien wurde ein junger Designer ausgezeichnet, der sich in seiner Abschlussarbeit „Gegenstand“ intensiv mit Xenophobie, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in der heutigen globalisierten Gesellschaft auseinandersetzt. Im Rahmen seiner Masterthesis habe Christian Sanchez, Absolvent der Burg Giebichenstein – Kunsthochschule Halle, „eine sehr beeindruckende und für einen Abschluss im Industriedesign außergewöhnliche schriftliche Arbeit erstellt, die Ursachen und Wirkungen von Andersartigkeit aufzeigen und ergründen“, hob in seiner Laudatio Professor Dieter Hofmann, Rektor der „Burg“, hervor.

Selbst erlebte Diskriminierung sei der Auslöser gewesen, sich so intensiv mit diesem Themengebiet zu beschäftigen. „Unsere Gesellschaft braucht dringender denn je Mitglieder, die Werte, wie Weltoffenheit und Gleichbehandlung aller Menschen thematisieren und einfordern. Werte, die auch in Herders Werk immer wieder im Mittelpunkt stehen.“ Denn Xenophobie, nicht nur in Deutschland, stehe im absoluten Widerspruch zu den Herderschen Idealen. Die Masterarbeit von Christian Sanchez karikiere nach Angaben von Professor Hofmann „die Diskriminierung Fremder und das Bestreben nach normierter Gleichheit.“ Große Aufmerksamkeit fanden seine vier zum Thema erstellten Objekte.

Um den Herder-Förderpreis hatten sich nach Angaben von Superintendent Herbst drei Studierende bzw. Absolventen beworben. Die Jury habe sich mit großer Mehrheit für Christian Sánchez entschieden. Der mit 2000 Euro dotierte Förderpreis wird seit acht Jahren im Gedenken an den Theologen, Dichter und Weimarer Generalsuperintendenten Johann Gottfried Herder (1744-1803) vom Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Weimar, dem Sophien- und Hufelandklinikum Weimar und der Diakoniestiftung Weimar-Bad Lobenstein verliehen.

Christiane Weber / Thüringer Allgemeine / 25.08.18

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Einladungsflyer/ Programm

Den mit 2000 Euro dotierten Herder-Förderpreis erhielt am Freitagabend bei der Festveranstaltung der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland und der Diakoniestiftung Weimar-Bad Lobenstein zum 273. Herder-Geburtstag Hanna Schmal (28), Absolventin der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar, für ihre Masterarbeit „Der Gregorianische Choral im Musikunterricht“ am Institut für Musikpädagogik und Kirchenmusik. „Wer sich auf diese Arbeit einlässt, lernt sehr viel“, hob in seiner Laudatio Professor Winfried Speitkamp, Präsident der Bauhaus-Universität Weimar, hervor.

Der Kulturbegriff werde in seinen „vielfältigen Varianten und Dimensionen und in seinen Konsequenzen für die Vermittlung der Musik im Unterricht erläutert“. Herders Idee zielte auf die Bildung durch Empfindung und Erfahrung, betonte Speitkamp die Verbindung zum großen Theologen. Der Schüler sei bei Herder das mündige Subjekt. Hier sieht auch Hanna Schmal die Basis angelegt für eine Pädagogik, die vom Schüler ausgeht. „Herder erscheint dabei als ungeheuer moderner Denker“, sagte Speitkamp. In der Offenheit für Fremdes sieht die Preisträgerin die Möglichkeit, die eigene Auseinandersetzung mit der Welt voranzutreiben. Für die Preisverleihung war Hanna Schmal eigens aus Südafrika angereist, wo sie seit drei Wochen ein Praktikum absolviert.

Ein Anerkennungspreis, dotiert mit 500 Euro, ging an zwei Studenten aus dem Bachelor-Studiengang Elektroakustische Komposition an der Musikhochschule Weimar: Paul Hauptmeier (24) und Martin Recker (25) wurden für ihre Klanginstallation „Geteilte Räume“ geehrt. Diese war zum Kirchentag auf dem Herderplatz zu erleben, erinnerte Superintendent Henrich Herbst.

In seiner Festrede ging Thomas A. Seidel, Reformationsbeauftragter der Thüringer Landesregierung, auf „Herder und Luther – Szenen einer Fernbeziehung“ ein. Luthers Schatten ist noch überall in Weimar gegenwärtig. Selbst das Herderdenkmal wirft noch einen „Lutherschatten“. Herder wurde nicht nur von Luther angeregt, Herder sah sich in der Nachfolge Luthers, betonte Seidel.

Kantor Johannes Kleinjung gestaltete die musikalischen Zwischenspiele sehr virtuos mit Kompositionen von Naji Hakim (geboren 1955).

Thüringer Allgemeine, Christiane Weber / 26.08.17

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Einladungsflyer/ Programm

"Der Herdergeburtstag gestern Abend in der Herderkirche und im Herdergarten war für alle Teilnehmenden ein beschwingendes Fest! Festrednerin, Grußworte von prominenten Gästen, Orgelspiel, ein überzeugender Herderpreisträger, das Geburtstagsbuffet, das Trio Sombrasil, die Dekoration im und um den Herdergarten, die Illumination und ein nie dagewesenes Catering - alles zusammen ein Fest der Begegnung, das in dieser Weise einmalig ist - auch in Weimar, das an Festen nicht gerade arm ist. Mein Dank gilt allen, die diesen Abend vorbereitet und mitgestaltet haben: Besonders nennen möchte ich alle Kolleginnen und Kollegen aus Weimar und Altengesees, alle Helfer und Helferinnen aus dem Sozialkontor und aus Holzdorf, Herrn Conrad, Frau Jäschner und als Gesamtkoordinatorin Frau Schmidt", mit diesen Worten beschreibt Dr. Klaus Scholtissek, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein, den diesjährigen Emfang von Diakonie in Kirche anlässlich des Geburtstages von Johann Gottfried Herder. Der Dichter, Theologe sowie Geschichts- und Kultur-Philosoph der Weimarer Klassik wäre zwar bereits 272 Jahre alt geworden, sein Erbe ist in Weimar lebendig und das wird mittlerweile schon traditionell gefeiert.

Festrede von Margot Käßmann

Nach der Begrüßung von Superintendent Henrich Herbst und Grußworten von Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf sowie der stellvertretenden Thüringer Ministerpräsidentin Heike Taubert, gab es eine Festrede. Als Gast war Prof. Dr. Dr. Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjahr 2017, nach Weimar gekommen. Als Aufbruch will Margot Käßmann das Reformationsjubiläum verstanden wissen. Sie versuchte Mut zu machen zu Reformbereitschaft in Gesellschaft und Kirche. "Keine Angst vor Veränderung!" rief sie in die voll besetzte Stadtkirche. Mit Verweis auf Luther forderte Käßmann evangelische Christen auf, sich einzumischen. Die Trennung von Staat und Kirche bedeute nicht, ängstlich zu werden. "Nur wenn wir den offenen, respektvollen Streit um die Wahrheit wagen, sind wir zukunftsfähig." Streitbarer christlicher Glaube sei ebenso reformatorisches Erbe wie freies Denken. Käßmann sprach sich für einen wachen kritischen Geist der Christen aus: "Auch gegenüber der eigenen Tradition". Dazu gehöre es auch, die Bibel historisch-kritisch zu lesen.

Den Dialog der Religionen nannte Käßmann ein herausforderndes Signal für 2017. "Wir feiern die Reformation erstmals nach dem Holocaust", sagte sie und erinnerte an Luthers Schmähschriften über Juden, derer sich Nazi-Deutschland bediente. Heute gebe es den guten Dialog zwischen Christen und Juden, auch das Alte Testament betreffend. Diesen Dialog brauche es auch mit dem Islam. Man müsse jedoch die Reformkräfte in allen Religionen stärken.

Erneuert werden müssen laut Käßmann Gottesdienste. Darin solle gemeinsames Singen der Kern evangelischer Spiritualität sein, sagte sie und zitierte Luther: "Wer singt, betet doppelt". Man brauche Lieder, die man miteinander kenne und singe.

Zuversicht verbreitete Käßmann angesichts der Minderheitensituation von Christen in Deutschland. Man müsse an Luthers Sprachkraft anknüpfen und, wie einst er, neue Medien der Zeit nutzen, um die "Gute Nachricht" der Bibel zu verbreiten. Die jüngste Bibelrevision zeige, "dass Luther der beste Übersetzer ist". Die neue Lutherbibel wird mit einem Fernsehgottesdienst, an dem Käßmann beteiligt ist, am 30. Oktober in Eisenach eingeführt. Einen Tag später wird in Berlin das Reformationsjahr eröffnet.

Herderförderpreis verliehen

Zum sechsten Mal wurde am Herdergeburtstag der Herder-Förderpreis der evangelischen Kirche verliehen. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wurde am Donnerstag in Weimar an den Brasilianer Mariano González, Student an der Weimarer Hochschule für Musik, für seine Bachelorarbeit zur Kirchenmusik in der Renaissance. Darin hat er sich mit Musik und Eucharistie bei dem italienischen Komponisten der Spätrenaissance Girolamo Frescobaldi sowie bei dem französischen Komponisten Olivier Messiaen beschäftigt. Die Laudatio auf den Preisträger hielt der Professor für Musikwissenschaften der Hochschule Albrecht von Massow.

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Einladungsflyer/ Programm

Erstmals haben die evangelische Kirche in Weimar und die Diakonie den Herder-Förderpreis nicht an Studierende vergeben, die sich mit dem Werk des Theologen auseinandersetzen, sondern an eine Einrichtung, die dessen Worte lebt: Zum 271. Herdergeburtstag, der am 25. August in der Jakobskirche begangen wurde, zeichneten sie den Kinderclub Kramixxo und den Jugendclub Waggon in West aus. Der fünfte Herder-Förderpreis ist wiederum mit 2.000 Euro dotiert.

Die Einrichtungen in Trägerschaft von Kindervereinigung und Kirchgemeinde würden die Kinder in ihren Bedürfnissen unterstützen, begründete es in der Laudatio Thomas Rusche, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendmedizin des Weimarer Krankenhauses. Ihre Projekte, darunter das seit einem Jahr existierende „Kochen für Familien“ hätten einen steigenden Zulauf, ebenso wie das gemeinsame Abendessen, sagte Rusche. Wichtig für die Kinder dort sei auch, dass die vier Mitarbeiter auch „einfach mal zuhören, wenn die Seele drückt“.

Rusche hob hervor, wie wichtig gemeinsame Erlebnisse für Familien sind und belegte das am Beispiel von jungen Klinikpatienten mit psychischen Problemen: In der Elterngruppe, die verpflichtend zur Therapie gehöre, würden die Kinder wieder lernen, etwas mit ihren Eltern zu unternehmen und ebenso deren Liebe und Wertschätzung anzunehmen. Kramixxo/ Waggon arbeitet mit der Weimarer Tafel zusammen, die eine steigende Anzahl von Kindern versorgt.

Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Kirche feierten Herders Geburtstag in der Jakobskirche, weil in der Stadtkirche gebaut wird. Das voll besetzte Gotteshaus sei dafür aber eigentlich auch der richtige Ort, hob Superintendent Henrich Herbst hervor. Denn Herder mochte die Nähe und Vertrautheit der eher kleinen Kirche.

Die Festrede mit dem Titel "Die Schatten des Humanismus" hielt Christian Dietrich, Landesbeauftragter des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. "Der Humanismus war ein modernes Fortschrittsprojekt. Dafür hat Herder wichtige Beiträge geleistet", so Dietrich. "Er ist in seinen Schriften immer wieder der Frage nachgegangen, wie die Werte, die ein gutes menschliches Zusammenleben ermöglichen, gestärkt werden können." Dabei habe er die Individualität als von Gott gewollt und Jesus Christus als den "wahren Mensch" gewürdigt. In der DDR sei der "wahre Humanismus" in der Verfassung als Erziehungsziel verankert gewesen, sagt Dietrich. "Ein totalitärer Humanismus, der zwei DDR-Generationen geprägt hat und als Ostalgie fortlebt, bleibt auch 25 Jahre nach der friedlichen Revolution eine Herausforderung für unsere Demokratie."

In ihren Grußworten schlugen Landtagspräsident Christian Carius (CDU) und Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) den Bogen zur aktuellen Flüchtlingsproblematik. Beide betonten, dass die Hilfe für Schutzbedürftige mehr sei als Essen und ein Dach über dem Kopf. „Der Mensch steht im Zentrum des Tuns“, übersetzte Carius Herders Konzept in die Gegenwart. In dieser, so Wolf, habe die Stadt mit Kirche und Diakonie wichtige Partner an ihrer Seite.

Nach dem Festgottesdienst waren die Gäste zum Geburtstagsbuffet in den Jakobskirchhof geladen. Dort gab es die Möglichkeit zu Begegnung und Gesprächen. Zum fünften Mal hatten der Evang.-Lutherische Kirchenkreis Weimar, die Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbH und das Sophien- und Hufelandklinikum gGmbH Weimar zu diesem Spätsommerfest geladen.

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Einladungsflyer/ Programm

Der diesjährige Preisträger des mit 2000 Euro dotierten Herder-Förderpreises für Studierende "Glaube und Erfahrung. Christlicher Glaube ist erfahrbar" heißt Jonathan Schöps. Der junge Mann erhält des Preis für seine Arbeit „Undarstellbar – Visuelle Gedanken zu Gott“. Die Arbeit von Jonathan Schöps besteht aus vier großformatigen Motiven in Digitaldruck. Sie sind im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit "Gottes Bilder - Visualisierung des Unsichtbaren" an der Bauhaus-Universität in Weimar entstanden. Schöps will mit seinen Bildern den unsichtbaren Gott ‚darstellen‘ und bezieht sich dabei auf Bibeltexte oder allgemeine Aussagen. Der Student arbeitet in seinen Fotografien, Fotomontagen und 3D-Computergrafiken mit Abstraktion und Symbolik. Er möchte den Betrachter einladen, Gedanken und Glaubenserfahrungen zu reflektieren und dabei das eigene Gottesbild zu hinterfragen. "Die Jury wertete besonders positiv, dass es Jonathan Schöps gelungen ist, die alten Bibeltexte und abstrakte theologische Begriffe in eine neue Bildsprache zu transformieren", sagte Henrich Herbst, Superintendent des Kirchenkreises Weimar und Mitglied der Jury.

Prof. Dr. Lorenz Engell von der Bauhaus-Universität Weimar hielt die Laudatio. Der Preis wurde zum vierten Mal ausgelobt und konnte im Festgottesdienst anlässlich des Geburtstages von Johann Gottfried Herder am 25. August verliehen werden.

Wie in den vergangenen drei Jahren hatten Kirche und Diakonie am 25. August 2014, dem 270. Geburtstag des Weimarer Generalsuperintendenten Johann Gottfried Herder (1744-1803), zu einem festlichen Empfang in die Herderkirche und das Herderzentrum eingeladen. Über 300 Gäste folgten der Veranstaltung in der Herderkirche und nahmen am anschließenden Geburtstagsbuffet teil.
Die Festrede zum Thema „Vom guten Umgang mit heilloser Geschichte“ hielt Prof. Dr. Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Sein Vortrag wandte sich angesichts der dunklen Kapitel der Menschheitsgeschichte gerade im 20. Jahrhundert, gegen einen Vernunft- und Geschichtsoptimismus. Dem Optimismus der Aufklärung trat er entgegen unter Hinweis auf die konkreten Erfahrungen in Vergangenheit und Gegenwart, die einem Lernen aus der Geschichte oder einem schrittweisen zivilisatorischen Fortschritt der Menschheit widersprechen. Prof. Knigge plädierte leidenschaftlich für eine nüchterne Betrachtung der Geschichte und für ein verpflichtendes Engagement jedes Menschen für universelle Menschenrechte – sei es aus altruistischen bzw. christlichen Motiven, sei es aus wohlverstandenem Eigeninteresse.

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Den mit 2000 Euro dotierten Herder-Förderpreises für Studierende "Glaube und Erfahrung. Christlicher Glaube ist erfahrbar" hat in diesem Jahr Tina Bellmann für ihre Diplomarbeit "Herders theologische Anthropologie. Ein Vergleich zwischen Herders Sprachursprungsschrift und seiner Auslegung von Gen 1-3" erhalten.

Der Preis wurde zum dritten Mal ausgelobt und wird anlässlich des Geburtstages von Johann Gottfried Herder (1744 bis 1803) verliehen. Die Übergabe hat am 30. August 2013 in der Weimarer Stadtkirche bei einem Empfang von Kirche und Diakonie anlässlich des Geburtstages des deutschen Theologen, Dichters, Übersetzers, Philosophen und Weimarer Generalsuperintendenten stattgefunden.

Ihr Diplom absolvierte die 26-jährige Preisträgerin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Tina Bellmann hat in diesem Jahr ihr Studium der Evangelischen Theologie mit dem Abschluss als Diplom-Theologin abgeschlossen. Ihre Studienorte waren Halle (Saale), München und Hamburg, außerdem absolvierte sie ein Studienjahr der Philosophie und Religionswissenschaft an der University of Central Arkansas (USA). Derzeit ist sie Promotionsstudentin und Georg-Christoph-Lichtenberg-Stipendiatin an der Universität Göttingen. Tina Bellmann ist Mitglied der Internationalen Herder-Gesellschaft.

Die Laudatio hat PD Dr. Klaus Scholtissek, Geschäftsführer der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein und Privatdozent an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena gehalten. "Tina Bellmann erschließt in vorbildlicher Weise das Menschenbild Herders als zentrale Achse seines Werkes. Herders Betonung der Geschöpflichkeit und der Schöpferkraft jedes Menschen ist gerade im 21. Jahrhundert zeitgemäß und auf der Höhe der anthropologischen Selbstvergewisserung”, so Scholtissek.

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Einladungsflyer/ Programm

Der diesjährige Preisträger des Herder-Förderpreises für Studierende "Glaube und Erfahrung. Christlicher Glaube ist erfahrbar" steht fest: Jörg Brinkmann erhält für seine Arbeit "plug & pray"" den mit 2.000 Euro dotierten Preis. Der Preis wurde am Samstag (25.8.) bei einem Empfang von Kirche und Diakonie in der Weimarer Jakobskirche verliehen.

Brinkmanns interaktive Installation bringt Religion und moderne Medien zusammen. "’plug and pray’ beleuchtet unseren Umgang mit Medien und Gottesbildern kritisch und mischt sich so kreativ und intelligent in das Gespräch von Religion und Kunst ein", so Henrich (rpt. Henrich) Herbst, Superintendent des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Weimar in seiner Laudatio.

Jörg Brinkmann wurde 1982 in Varel, Niedersachsen, geboren und studiert seit 2005 in unterschiedlichen Studiengängen an der Bauhaus Universität Weimar. Zur Zeit belegt er dort einen Masterstudiengang "Media Art & Design". Die Arbeit "plug & pray" war unter anderem im Projekt "48 Stunden Neukölln" in der Magdalenenkirche in Berlin zu sehen. Brinkmann lebt in Berlin und Weimar.

Anerkennenswert fand die Jury auch die Arbeit von Elisabeth Arnstadt aus Auerbach und hat sie deshalb "lobend erwähnt". Die Studentin der Evangelischen Hochschule Moritzburg legte ihre Diplomarbeit mit dem Titel "Identitätsentwicklung homosexueller Jugendlicher als gemeindepädagogische Herausforderung" vor. Die gründliche Untersuchung fragt danach, inwiefern Gemeinde ein Raum sein kann, in dem die Identitätsfindung von homosexuellen Jugendlichen unterstützt wird.

Die Festrede bei dem von Kirche und Diakonie ausgerichteten Empfang hielt Katrin Göring-Eckardt, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Dabei hat sie Herder als Vordenker der ganzheitlichen Bildung und individuellen Förderung vorgestellt: "Humanität steht für Herder für mehr Lebensnähe in der Bildung, weil sie die Individualität eines jeden Menschen anerkennt und betont. Auch heute vergeuden wir viele Potenziale der Kinder und lassen Möglichkeiten verkümmern, indem wir die individuellen Begabungen nicht erkennen. Weil wir nicht genau genug hinsehen."

Der Herder-Förderpreis wird vom Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis und der Kirchengemeinde Weimar, der Sophienhausstiftung und dem Sophien- und Hufelandklinikum Weimar sowie der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbH gemeinsam ausgelobt. Mit dem Preis wird an den deutschen Theologen, Dichter, Übersetzer, Philosophen und Generalsuperintendenten Johann Gottfried Herder (1744 bis 1803) erinnert. Zugleich soll eine fachlich oder eine künstlerisch anspruchsvolle und innovative Arbeit gewürdigt werden. Eine elfköpfige Jury entscheidet über die Vergabe des Preises.

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Einladungsflyer/ Programm

Diakonie und Kirche haben in diesem Jahr zum zweiten Mal gemeinsam den Geburtstag von Johann Gottfried Herder gefeiert. Am 25. August 1776 kam der Theologe, Dichter und Philosoph zur Welt. Deshalb wurde auch 2011 an diesem Tag in Weimar in Herderkirche und Herdergarten gefeiert. Die Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbH und das Sophien- und Hufeland Klinikum gGmbH Weimar als Vertreter der Diakonie und die Evang.- Luth. Superintendentur Weimar sowie die Evang.- Luth. Kirchgemeinde Weimar als Vertreter der Kirche hatten dazu zahlreiche Gäste eingeladen. Zu den Prominentesten gehörten die Landesbischöfin Ilse Junkermann, Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, Prof. Dr. Klaus Dicke, Rektor der Friedrich Schiller Universität Jena und Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf.

Neben dem Fest für den berühmten Weimarer Bürger und früheren Generalsuperintendent gab es zwei weitere Gründe zusammenzukommen. Es wurde der Grundstein für das Herderkirchenzentrum gelegt und außerdem wurde der Herderförderpreis verliehen.

Die Grundsteinlegung für das Herderkirchenzentrum in Weimar ist ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung der UNESCO-Welterbestätten der Klassikerstadt. Damit wird das Schaffen Herders noch stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Direkt neben dem Herderhaus am Herderplatz entsteht damit ein Besucher- und Informationszentrum, das für Weimars Bürger und alle Touristen offen steht. Die Sanierung der Herderkirche und der Bau des Herderkirchenzentrums sollen pünktlich zum Reformationsjubiläum 2017 abgeschlossen sein.

Diakonie und Kirche hatten 2010 den Herderförderpreis ausgelobt. Ziel der Ausschreibung war die Erarbeitung einer fachlich oder auch künstlerisch anspruchsvollen Arbeit, welche das Wirken von Diakonie und Kirche in Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft zum Thema hat. Christlichen Glaube erfahrbar machen, war der Titel. Damit wurde sich an Studierende der Weimarer Hochschulen gerichtet. Der Preisträger wurde am Donnerstag 25. August, bekannt gegeben. Marco Lemme, Diplommusiker und Kantor in Ohrdruf hat den Preis mit 2000 Euro dotierten Preis erhalten. Der 30-jährige Mann hatte seine Diplomarbeit zum Thema der Kirchenmusiker und kirchenmusikalischen Ausbildung in Weimar im 19. und 20. Jahrhundert als Wettbewerbsbeitrag eingereicht und damit die Jury überzeugt. Weimars Superintendent Henrich Herbst ging in seiner Laudatio auf den Preisträger, „einen ausgeschlafenen Kantor“ und dessen „gelungene Auseinandersetzung mit dem gestellten Thema“ ein.

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