1500 Euro für die Sterbebegleiter

1500 Euro für die Sterbebegleiter
Volksbank eG Bereich Gera-Jena-Rudolstadt verzichtet auf Geschenke und unterstützt stattdessen den ambulanten Hospizdienst 

Die Volksbank eG Bereich Gera-Jena-Rudolstadt hat dem ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein 1500 Euro für die Ehrenamtsamtsarbeit übergeben.
Zur Spendenübergabe waren Christine Josiger, Leiterin des Hospizdienstes, und Anke Schmidt, Koordinatorin in der Region Schleiz/ Bad Lobenstein, in die Bad Lobensteiner Filiale eingeladen und wurden dort herzlich empfangen. Es fand nicht nur eine Scheckübergabe statt, es entwickelte sich ein angeregtes Gespräch über die Arbeit der ehrenamtlichen Sterbebegleiter in der Region.
Torsten Narr, Vorstand der Volksbank eG Bereich Gera-Jena-Rudolstadt, sprach der Tätigkeit höchste Anerkennung aus und gab zu, dass er bezweifelt, dies zu können. „Sie leisten einen besonderen Dienst für die Menschen, es freut uns, dass wir die Möglichkeit haben, sie zu unterstützen“, sagte er zur Begrüßung.  
Anke Schmidt erzählte vom ihrem Auftrag als Koordinatorin und versicherte, dass in einer Begleitung viele erfüllende Stunden erlebt werden, der Beruf also nicht nur schlimm sei. Wenn jemand im Bett liege, nochmal über sein Leben reden möchte, man Wünsche erfüllen könne oder anders die letzten Tage und Stunden verschönern könne, dann gebe das ein gutes Gefühl  - sowohl für den zu Begleitenden als auch für den Begleitenden. „Natürlich ist es anders, wenn ein altgewordener und lebenssatter Mensch geht, wenn ein erfülltes Leben endet, sterben Kinder oder Jugendliche, dann ist die Situation allerdings eine ganz andere.“
Der ambulante Hospizdienst steht sterbenden Menschen und deren Angehörigen in der letzten Lebensphase bei. Bei manchen Menschen beginnt diese nachdem eine schwere Krankheit diagnostiziert wurde, bei anderen wenige Tage oder Stunden vor dem Tod, entweder zu Hause, im Krankenhaus oder einem Pflegeheim. „Wir werden von den Betroffenen selbst, von Angehörigen oder dem medizinischen Personal gerufen. Dann besuchen wir die Menschen, lernen uns kennen und erfahren wie häufig Beuch gewünscht bzw. nötig ist.  Unsere Aufgabe ist es dann, den passenden ehrenamtlichen Helfer zu finden und zu klären ob Zeit und Energie vorhanden sind, um eine Begleitung zu übernehmen“, erklärt Christine Josiger.
Immer wieder werden ehrenamtliche Helfer in mehrmonatigen Kursen für den Hospizdienst geschult und dann in regelmäßigen Gruppen treffen unterstützt. Dort werden Begleitungen reflektiert, Impulse gegeben und gemeinsam Energie getankt.
Die große Spende der Volksbank hat der Hospizdienst den Mitarbeitenden zu verdanken. „Wir machen seit einiger Zeit keine Weihnachtsgeschenke mehr an Geschäftspartner, sondern spenden das Geld für einen guten Zweck. Eine Befragung in der Mitarbeiterschaft hat ergeben, dass die meisten die Hospizarbeit unterstützen möchten“, erklärte Regionaldirektorin Stefanie Bärthel.
Während des Gespräches entstand die Frage,  wie sterbende Menschen mit dem Glauben umgehen und ob der Dienst der Diakoniestiftung nur Christen unterstützt. „Nein, wir sind für alle Menschen da und sehen von Fall zu Fall, wie  die Menschen eingestellt sind. Einige wollen gar nichts von Gott hören, andere möchten ständig beten. Bemerkenswert ist aber, dass auch scheinbar ungläubige Menschen am Lebensende nach Trost und Hoffnung bei Gott suchen“, sagt Anke Schmidt.
Viele Dutzend Sterbende und deren Angehörige wurden in diesem Jahr begleitet, die Spende der Volksbank eG hilft, die Arbeit der fast 100 ehrenamtlichen Helfer in den Landkreisen Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt zu unterstützen.
Der ambulante Hospizdienst ist immer erreichbar, Tel.: 036651 - 3989-55