Alt und jung beim Sommerfest

Fest der Generation in Ebersdorf

Wenn in Ebersdorf gefeiert wird, ist richtig was los. Das trifft für mehrere Veranstaltungen zu, aber ganz besonders für das nun schon traditionelle, gemeinsame Sommerfest des Kinderhauses Gottesschutz und des Seniorenzentrums Emmaus.
Beide Einrichtungen prägen seit Jahrzehnten die Geschichte des Ortes und sind mit der Brüdergemeine verwurzelt. Beide Einrichtungen sind für Menschen da, auch wenn es, zum Beispiel durch Alter, Krankheit oder Behinderung schwierig wird. Beide Einrichtungen gehören zur Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbh und beide Einrichtungen hatten am Freitag zum Sommerfest eingeladen.
Dr. Klaus Scholtissek, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Diakoniestiftung, begrüßte die Gäste zum Auftakt des Festes im Hof des Seniorenzentrums. Es war zu spüren, dass es auch für ihn eine Freude ist, jung und alt in Ebersdorf so nah beieinander zu erleben und zu wissen, dass das miteinander nicht nur an diesem Festtag gut gelingt. „Wir besuchen uns regelmäßig. Meistens kommen Kinder zum Geburtstagsständchen, aber auch zum gemeinsamen Basteln oder Plätzchen backen“, sagt Kinderhaus-Leiterin.
Das Buch „Der Regenbogenfisch“ lieferte die Vorlage für ein kurzes Singspiel der Mädchen und Jungen des Kinderhauses. Bei Sommerwetter tat es gut, vom Fisch aus kühlem Nass zu hören. Die schönen Lieder und farbenfrohen Kostüme erfreuten jung und alt, bevor die Leiterin des Seniorenzentrum Anja Küfner zum bunten Festtreiben in beiden Häusern einlud. Es war viel geboten. „Am beliebtesten sind die Detscher, doch auch der Kuchen, Bratwürste und Getränke von der Sommerbar gehören zum Fest“, so Anja Küfner. Im Seniorenzentrum leben 63 Frauen und Männer im Pflegeheim, 39 sind Mieter im Betreuten Wohnen und außerdem gehört das Haus Elisabeth für Menschen mit Demenz zum Emmaus. Dort gibt es 40 Plätze.
„Egal wie groß das Gebrechen ist, das Sommerfest will niemand verpassen. Zum Glück haben wir bequeme Rollstühle, zuverlässige Mitarbeitende und ganz viele rührige Angehörige“, sagt Frau Küfner. Denn alle Bewohner in die Pavillons zu fahren und dort mit den Köstlichkeiten zu versorgen, ist stets eine Herausforderung.
Vom Balkon spielten die Weißensteiner Musikanten auf, es gab Verkaufsstände, ganz viele Spiel- und Bastelangebote und natürlich die Möglichkeit Fragen zu den Einrichtungen zu stellen. Das wurde auch im Kinderhaus Gottesschutz rege genutzt. „Wir sind integrativer Kindergarten, mit ambulant mobiler Frühförderung und dem Flex-Team, ein Angebot der Erziehungshilfe, unter einem Dach“, erklärte Leiterin Diana Reinhardt während des Rundganges, an dem auch Landtagsmitglied Stefan Gruhner (CDU) teilgenommen hat. Er war der Einladung zum Fest gefolgt, zum einen aus Interesse an den Häusern und ganz besonders, weil seine Oma im Betreuten Wohnen lebt. Im integrativen Kindergarten werden derzeit 59 Kinder betreut, es sind Kinder mit und ohne Behinderung, mit erhöhtem Förderbedarf oder Entwicklungsstörungen. Dank einer besonderen personellen Ausstattung kann dort jedes Kind optimal unterstützt werden. „Unser Problem ist die Finanzierung der Förderung. Auch wenn Kinder Hilfe benötigen, ist das immer wieder ein Kampf ums Geld. Das belastet unsere Arbeit“, erzählte die Leiterin.
Um die Finanzierung sozialer Angebote, Chancen für die älter werdende Gesellschaft und Fragen der Sozialraumgestaltung für Kinder und Familien geht es auch am Mittwoch in Bad Blankenburg. Da lädt die Diakoniestiftung als größter Diakonieträger in Thüringen (mehr als 1900 Mitarbeitende in 120 Einrichtungen) zum mittlerweile 6. Sozialkongress. Unter dem Titel „Mehrwert für Thüringen: Was treibt uns an?“ wird mit namhaften Vertretern aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Verwaltung und der Wohlfahrtspflege über Zukunftsaufgaben der Sozialwirtschaft diskutiert. „Wir machen das, um beste Bedingungen in Kinder- und Senioreneinrichtungen, für behinderte Menschen, an Schulen, in der Suchthilfe und bei Beratungsangeboten halten und verbessern zu können“, so Dr. Klaus Scholtissek.

Text / Bilder: Sandra Smailes