Alternative zum Pflegeheim

Eine Alternative zum Pflegeheim
Fast 50 Gäste zur Informationsveranstaltung zum Diakonie Quartiershaus in Wurzbach – Eröffnung im November geplant

Im November dieses Jahres wird die Diakoniestiftung in Wurzbach das Diakonie-Quartiershaus Wannenbad eröffnen. In dem Haus entstehen drei Angebote für alte und hilfebedürftige Menschen:  zehn Seniorenwohnungen, eine Tagespflege mit 15 Plätzen und eine Pflegewohngemeinschaft für sieben Personen.
Am Mittwoch hat nun eine Informationsveranstaltung zu dem Vorhaben stattgefunden. Fast 50 Interessierte, überwiegend ältere Menschen, waren der Einladung gefolgt.  „Wir hatten nicht erwartet, dass so viele Leute kommen“, sagte Quartiersmanagerin Johanna Steinbock, überaus erfreut über das große Interesse.   
Martin Gebhardt, Geschäftsbereichsleiter Altenhilfe der Diakoniestiftung, erklärte was genau im neuen Haus geplant ist. Er stellt die Diakonie als Partner für Alte und Hilfebedürftige in der Region vor. „Wir sind die, die das Pflegeheim Emmaus mit Haus Elisabeth in Ebersdorf betreiben, mit den weißen Autos die ambulante Pflege anbieten und auch in Gefell eine Tagespflege haben.“
Er dankte allen, die seit Jahren die Bemühungen mittragen und dafür, dass in der Stadt so freudig auf die Neuerungen reagiert werden. Genannt wurden Pfarrer Denny Seifert, Bürgermeister Jan Schübel und Quartiersmanagerin Johanna Steinbock.
Zunächst erklärte Gebhardt das Wort Quartiershaus. Quartier sei ein Begriff aus der modernen Sozialraumplanung. Ein Stadtteil, ein Wohngebiet, eine Ortschaft würden zur Planung von Angeboten und Entwicklung Quartier genannt.
Alle Menschen sollen möglichst lange eigenständig leben können und für sich selbst entscheiden dürfen. Das ginge zu Hause am besten, wenn das Leben dort nicht mehr möglich sei, biete eine Seniorenwohngemeinschaft, die auch Betreute Wohngruppe genannt wird mehr Individualität als ein Pflegeheim. Denn die kleine Gruppe von sieben Personen sei familiär, jeder dürfe mitbestimmen. Martin Gebhardt berichtete, dass die Diakoniestiftung mittlerweile fünf Seniorenwohngemeinschaften anbietet. Dort haben die Bewohner ein eigenes Zimmer mit Bad, teilen sich aber die Küche, den Gemeinschaftsraum und den Balkon. Jeder darf seine Möbel selbst mitbringen. Bewohner mit Pflegegrad werden vom ambulanten Pflegedienst versorgt. Ob jemand einen Putzdienst organisiere, dies selbst erledige oder Familienangehörige beauftrage, liege an jedem selbst. Das gleiche gelte für die Wäsche oder die Mahlzeiten. Meist würde zusammen gekocht und gegessen oder Essen auf Rädern bestellt. „Wie ist das mit dem Arzt und der Physiotherapie?“, fragte eine Frau, die aus Erfurt gefahren kam, um Informationen für ihren Vater einzuholen. Den Arzt und die Physiotherapie könne jeder behalten. Die kämen ins Haus oder man gehe zur Behandlung in die Praxis.
Durch die Tagespflege im Haus sei ein Angebot zur Beschäftigung da, schließlich könnten die WG-Bewohner auch dort den Tag verbringen. „Das Ziel einer Seniorenwohngemeinschaft ist, dass alte Menschen nicht allein leben müssen und dennoch das Heim vermeiden können, dass sie sich gegenseitig helfen können und zusammen schöne Stunden verbringen“, sagte Gebhardt. Natürlich sei nicht jeder geeignet, man müsse gern unter Menschen sein, sich etwas anpassen wollen und dürfe nicht schwer krank sein.
Für die Seniorenwohnungen und Wohngemeinschaften gibt es bereits mehrere Reservierungen. Quartiersmanagerin Johanna Steinbock beantwortet gern Fragen dazu und voraussichtlich im Mai werden  Interessenten erneut eingeladen.
Kontakt: Johanna Steinbock, Quartiersmanagerin/ mobiles Seniorenbüro Wurzbach, Telefon 0151 - 20380240, E-Mail: J.Steinbock@diakonie-wl.de