Diakoniestiftung und Spitzenverband fordern Nachbesserung bei neuer Kinderbetreuung

Die neue Regelung zur Kinderbetreuung in Thüringen wird auch in der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein umgesetzt. Kindergärten und Schulen sind in den meisten Regionen ab dem 25. Mai bzw. 2. Juni wieder für alle Jungen und Mädchen zugänglich. Um die geforderten Hygienemaßnahmen einhalten zu können, ist eine Verkürzung der Öffnungszeiten nötig. Die bisherigen Regelungen zur Notbetreuung der Kinder von Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, wurden dafür außer Kraft gesetzt. 

„Pflegekräfte, Pflegefachkräfte, auch alle Eltern, die beruflich Menschen mit Behinderung oder Kinder und Jugendliche betreuen, nutzt es nichts, wenn der Kindergarten nur verkürzt geöffnet ist. Ihren Dienst für hilfebedürftige Menschen können unsere Mitarbeitenden nur dann leisten, wenn die Kinderbetreuung verlässlich und über eine komplette Schicht gesichert ist. Pflegekräfte und medizinisches Personal hatten in den vergangenen Wochen der Corona-Pandemie Anspruch auf Notbetreuung ihrer Kinder, diese Regelung sollte weiter laufen“, sagt Dr. Klaus Scholtissek, Vorsitzender der Geschäftsführung der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein. 
Die Diakoniestiftung fordert das Land Thüringen auf, die Regelungen für die Wiedereröffnung der Kinderbetreuung sofort zu ändern. 
„Wir schließen uns ausdrücklich der Diakonie Mitteldeutschland an, die ebenfalls schnell eine Nachbesserung der gegenwärtigen Bestimmungen fordert.“ „Der Wiedereinstieg in das normale gesellschaftliche Leben nach der akuten Schutzphase der Corona-Pandemie sollte mit Augenmaß passieren, damit nicht die Dinge, die wir bisher gut gemeistert haben, nun zum Problem werden“, beschreibt Martin Gebhardt, Geschäftsbereichsleiter Altenhilfe der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein, seine Befürchtungen. Die Pflegesituation könnte aus dem Ruder laufen.

In den Einrichtungen der Diakoniestiftung und der mit ihnen verbundenen Gesellschaften arbeiten mehr als 1000 Menschen in der Pflege, darunter viele Frauen und Männer mit Kindern. Als eine der ersten hat Christiane Gleiser-Schmidt, Leiterin des Seniorenzentrums Andreashof in Erfurt, Alarm geschlagen. „Wir können so nicht arbeiten. Gleich mehrere junge Mütter sind betroffen. Wenn ihr Kind in einer Woche nur verkürzt, in der nächsten Woche gar nicht im Kindergarten oder in der Grundschule betreut wird, fehlen uns die Mitarbeitenden. Diese Entscheidung ist absurd und muss dringend geändert werden“, sagt sie und weiß ihre Einrichtungsleiter-Kolleginnen und Kollegen an ihrer Seite.