Die Seiten gewechselt

Und die Werkstatt ist doch keine Einbahnstraße! Mit David Schwarze hat nun ein junger Mann die Seiten gewechselt, wurde vom Beschäftigten in der Gartengruppe, einem Bereich der Werkstätten Christopherushof Bad Lobenstein zum Mitarbeitenden im technischen Dienst. Dafür konnte er sogar bei der Diakoniestiftung bleiben, ist nun aber sozialversicherungspflichtiger Mitarbeiter und nicht mehr Beschäftigter. Auch seine Aufgaben haben sich geändert, war er bisher ein Teil der Gartengruppe, arbeitet er nun im technischen Dienst, erfüllt Transport- und Hausmeisterdienste, wozu auch die Baumpflege und der Grünschnitt gehören. „Es ist die Grundidee der Werkstatt für behinderte Menschen, daran zu arbeiten, Beschäftigte für den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten. David Schwarze hat sich angeboten, er will mehr, er kann mehr und deshalb haben wir ihn mit aller Kraft unterstützt“, blickt Werkstattleiter Michael Reinhold zurück. In enger Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Saale-Orla wurde für David Schwarze eine Anstellung über das Budget für Arbeit gefunden. Das Budget für Arbeit soll Menschen mit Behinderungen eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglichen – als Alternative zu Werkstätten. Das Budget ist 2018 mit dem Bundesteilhabegesetz als neue Leistung eingeführt worden. David Schwarze erhält Assistenz und weitere Hilfen, um seine Arbeit ausführen zu können. Dafür bekommt die Diakoniestiftung einen Lohnkostenzuschuss. Seine Eingliederung wird vom Landratsamt begleitet, es finden regelmäßig Besuche statt. Der 32-Jährige stammt aus Gera, war dort nach der Schule bei der Lebenshilfe in der Abteilung Gartenarbeit beschäftigt und hat schon 2007 auf dem Gelände der Bundesgartenschau in Gera und Ronneburg geholfen. Seine Freundin, die er in Gera kennengelernt hat, wollte zurück in ihre Heimat, den Saale-Orla-Kreis. Er ist ihr nachgezogen und hat in Bad Lobenstein schnell eine neue Beschäftigung gefunden. Im Bereich Garten- und Landschaftsbau konnte er seiner gewohnten Tätigkeit nachgehen. Der junge Mann hat sich gut entwickelt, auch eigenständig gearbeitet und zusätzliche Aufgaben, zum Beispiel Fahrdienste übernommen. Bald war klar, dass er noch nicht am Ziel seiner beruflichen Laufbahn angelangt ist. Er bat Carmen Schmidt vom begleitenden Dienst der Werkstätten um Veränderung. „Ich wollte mehr arbeiten und auch mehr Geld verdienen“, sagt David Schwarze. Nun ist er glücklich über diesen Schritt und verschafft sich so langsam Respekt bei den neuen Kollegen. Seinen Arbeitsvertrag habe er zweimal durchgelesen und erst dann unterschrieben. Am liebsten führt er weiterhin Arbeiten an der frischen Luft durch, doch seine Aufgaben sind jetzt vielfältiger und anspruchsvoller. Noch etwas ändert sich für ihn in diesem Jahr: Im Oktober wird er zum zweiten Mal Vater. 
„Es war viel Bürokratie nötig, um David Schwarze durch das Budget für Arbeit eine alternative Beschäftigung anbieten zu können. Wir wünschen ihm viel Erfolg bei der neuen Aufgabe“, sagt Bettina Schmidt, Geschäftsbereichsleiterin Eingliederungshilfen. 

Kontakt: Bettina Schmidt, Geschäftsbereichsleiterin  Arbeit/ Integrationsmanagement
Altengesees 29
07368 Remptendorf
Tel.: 036643 - 30-4123
Mail: B.Schmidt@diakonie-wl.de