Elf neue Hospizhelfer in Saalfeld in Dienst gestellt

"Sie sind gut ausgerüstet für diese Aufgabe. Und sie haben die Achtung und Dankbarkeit vieler Menschen für das, was sie leisten". Das sagte Pfarrer Axel Kramme, Rektor der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein, der am Sonnabend in der Veronika Kapelle der Saalfelder Johanneskirche den Gottesdienst leitete, in dessen Rahmen elf neue Hospizhelfer eingesegnet wurden. Ausdrücklich dankte er den Helfern für ihre Entscheidung, sich ausbilden zu lassen und diesen Dienst zu tun. Zugleich gab er ihnen mit auf den Weg: "Passen Sie auch gut auf sich selbst auf und holen Sie sich immer wieder Kraft".

30 Hospizhelfer sind im Landkreis im Einsatz

Insgesamt gibt es im Landkreis derzeit etwa 30 Hospizhelfer. Träger des Hospizdienstes ist die Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein. Ansprechpartner und Koordinatoren für den Dienst im Landkreis sind neben der Leiterin des Hospizdienstes Christine Josiger auch Matthias Lander und Anke Schmidt .

Sie leiten auch die Kurse, in denen die Helfer vorbereitet werden für die Begleitung schwerstkranker und sterbenden Menschen. Neben theoretischem Wissen werden hier auch erste praktische Erfahrungen in der Begleitung eines pflegebedürftigen Menschen gesammelt. Ziel der regelmäßig stattfindenden Kurse ist die vertiefende Auseinandersetzung mit eigenen Verlusten und der eigenen Sterblichkeit als Grundvoraussetzung, um sich Menschen in deren Sterbephase liebevoll und vorurteilsfrei zuwenden zu können. Erfahrungen der eigenen Hilflosigkeit und der Notwendigkeit, Dinge loslassen zu müssen, gehören ebenso zu den Kursinhalten wie die Abklärung der eigenen Motivation und Grenzen und die Beschäftigung mit persönlichen Kraftquellen.

Begleitung nur auf ausdrücklichen Wunsch

"Oft sind es Menschen, die sich bereits durch andere ehrenamtliche Tätigkeit kennen oder durch einen Beruf in der Pflege Berührungspunkte mit diesem Thema haben", sagt Matthias Lander. Dabei ist jede Begleitung ein ganz spezieller, individueller Prozess. Wer eine Begleitung wünscht, meldet sich bei der Diakoniestiftung. "Wir werden nicht aktiv, wenn wir nicht gerufen werden", ergänzt Christine Josiger. "Wir sind Wunscherfüller in der aller Letzen Phase des Lebens", sagt sie.

Über eine Rufbereitschaft ist der Hospizdienst jederzeit erreichbar. Eine immer wieder gestellte Frage ist die nach den Kosten. "Das Angebot ist kostenfrei, die Helfer arbeiten ehrenamtlich", so Matthias Lander. Wichtig ist, dass die Angehörigen damit einverstanden sind. Ein Gebot ist auch die Anonymität.

"Der Tod ist nach wie vor für viele ein Tabu-Thema. Mir hat es geholfen, besser damit umgehen zu können. Das war mit wichtig", so war es aus der Runde der Kursteilnehmer zu erfahren.

Rosmarie Bratke ist schon seit vielen Jahren aktiv im Hospizdienst und somit den Neuen eine gute Ratgeberin. Sie schätzt das Aufgehoben sein in der Gemeinschaft mit den anderen Helfern, den Gedankenaustausch, das Miteinander. Und findet es gut, dass sich immer wieder jüngere Menschen dazu entschließen, sich ausbilden zu lassen. Trotzdem: "Manchmal ist es auch schwierig, dann findet man nur schwer Bezug zur der Person und den Angehörigen", weiß sie. Aber: "Wichtig ist, das jemand da ist. Viele Menschen leben heute allein, sind froh, über die Zeit, in der jemand an ihrer Seite ist. Und wenn man nur ihre Hand hält", so ihre Erfahrungen.


Text: Heike Enzian / OTZ