Empfang zum Herdergeburtstag

Empfang zum Herdergeburtstag

Es ist zu einer Tradition geworden, dass sich Vertreter aus Diakonie und Kirche anlässlich des Geburtstages von Johann Gottfried Herder in Weimar treffen. Herder, der Theologe, Dichter, Übersetzer, Philosoph und Weimarer Generalsuperintendent wäre am 25. August dieses Jahres 269 Jahre alt geworden und ist in Weimar auch heute an vielen Stellen gegenwärtig.

Mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden Empfang im Herdergarten wurde dem Weimarer Philosoph und Theologen gedacht, zum vierten Mal in diesem Rahmen. Mehr als 300 Gäste waren auf Einladung des Evang. Kirchenkreises Weimar, der Evang. Kirchgemeinde Weimar, der Sophien- und Hufeland Klinikum gGmbH Weimar und der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbH gekommen.

Henrich Herbst, Superintendent in Weimar, begrüßte die Gäste in der Herderkirche. Darunter auch Probst Diethard Kamm, Regionalbischof der Probstei Gera-Weimar, Thüringens Innenminister Jörg Geibert und Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf. Der Probst ging in einem Grußwort auf die Gastgeber Kirche und Diakonie ein. Er erinnerte, dass Kirche ohne Diakonie, die Nächstenliebe und Hilfe erst greifbar macht, keine Kirche wäre und dass auch Diakonie ohne die Kirche höchstens ein Wohlfahrtsverband wie viele andere sein könnte. Eine gute Mischung, die zu einem guten, meist sehr guten Angebot für die Menschen verschmolzen sei, so Diethard Kamm.

Die Unterstützung und Hilfe für Mitmenschen, vor allem für die Hilfebedürftigen nahmen Jörg Geibert und auch Stefan Wolf als Thema in ihren Worten auf. Es kam großer Dank für die vielfältige Arbeit und den Einsatz für andere Menschen. Der Wert und die Notwendigkeit von Ehrenamt wurde aufgegriffen und mit dem Lob einher ging die Bitte an alle Anwesenden, wie zu Zeiten Herders zu helfen, wo Zeit und persönlicher Stand dies zulassen.

Herders Impulse für die Diakonie heute

„Ein hohes Bild vom Menschen. Herders Impulse für die Diakonie heute.“ Unter diesem Titel stand die Festrede von PD Dr. Klaus Scholtissek, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbH. Scholtissek ging in seinen Worten auf einen rebellischen Universalgelehrten ein, für den die Freiheit des Menschen selbst zu gestalten, zu walten und sich zu entwickeln zentrales Thema war.

Es wurde deutlich, dass die Bildung, die Selbstbestimmung und Weiterentwicklung damals, wie heute der ausschlaggebende Impuls für diakonisches Wirken sind. Als zweiten Punkt konnte Dr. Scholtissek die Humanität als Maßstab staatlicher Ordnung und Orientierung am Gemeinwohl herausarbeiten. So dass am Ende der Wert und die Notwendigkeit eines starken bürgerschaftlichen Engagements für gute diakonische Arbeiten deutlich wurden.

Schließlich stellt Dr. Scholtissek die Frage: Wo wird die diakonische Arbeit hingehen? Er macht unser Bild vom Menschen, den Blick auf und für Mitmenschen zum entscheidenden Punkt im Umgang mit einander und vor allem gegenüber schwächeren und hilfebedürftigen Mitmenschen.

Herderförderpreis 2013

Nach der beeindruckenden Darstellung zum Wirken Herders bis in die Gegenwart konnte der diesjährige Herderförderpreis für Studierende "Glaube und Erfahrung. Christlicher Glaube ist erfahrbar" verliehen werden. Diesen erhielt Tina Bellmann aus Göttingen. Die 26-jährige Studentin erhielt den mit 2000 Euro dotierten Preis für ihre Diplomarbeit mit Titel "Herders theologische Anthropologie. Ein Vergleich zwischen Herders Sprachursprungsschrift und seiner Auslegung von Gen 1-3". Die junge Frau nahm Glückwünsche vom Superintendent, dem Oberbürgermeister und dem Geschäftsführer der Diakoniestiftung entgegen und dankte für den Preis mit den Worten „Der Preis bestärkt mich, an Herder dranzubleiben. Ich beschäftige mich nun seit mehr als einem Jahr intensiv mit seinem Wirken und möchte nicht mehr davon lassen.“

Im Herdergarten zum Geburtstagsempfang war für die Gäste ein wahres Fest bereitet. Herders Wirken war eines der vielen Themen an dem gelungenen Sommerabend.


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Text / Fotos: Sandra Smailes