Förderstiftung in Weimar gegründet

Förderstiftung in Weimar gegründet


Erste Zustiftungen von Sparkasse Mittelthüringen und Heichelheimer Kloßfabrik


Die Förderstiftung für das Johannes-Landenberger-Förderzentrum in Weimar ist gegründet.


Zur Feier am Freitag (27.April 2012) war das Foyer der Schule vollbesetzt.

Fast alle der 114 Schülerinnen und Schüler, aber auch viele Eltern, Lehrkräfte und Vertreter der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbH waren dabei. Neben den 13 Mitgliedern des Stiftungsrates konnten Weimars Bürgermeister Stefan Wolf, Vertreter der Stadt und mehrere Interessierte der Einladung folgen.

Den Gästen wurde ein schönes Programm geboten. Mehrmals hatten die Mädchen und Jungen vom Schulchor, den Landenberger Lerchen, und des Schulzirkus Jokulus Gelegenheit zu zeigen, was sie neben dem Unterricht lernen und wie viel Freude das macht.


Der Anlass der Förderstiftungsgründung ist im Grunde gar nicht fröhlich, denn die Stiftung hat ein Ziel: die Schule finanziell, materiell und ideologisch zu unterstützen.

Diese Unterstützung ist seit Änderung der Gesetzeslage im Jahr 2010 dringend notwendig geworden.

Dr. Klaus Scholtissek, Vorstand des Michaelisstiftes Gefell und Vorsitzender der Geschäftsführung der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbH, erklärte die Notwendigkeit der Stiftung: „Durch die aktuelle Politik des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur sind die Zuschüsse für Schulen in freier Trägerschaft gesenkt. Der Eigenanteil des Michaelisstiftes Gefell ist von 15 Prozent auf 20 Prozent gestiegen. Diese Last von vielen tausend Euro ist vom Schulträger allein nicht mehr zu bewältigen. Wir benötigen Unterstützung von Spendern und Sponsoren, um die Schule zukünftig erhalten zu können.“


Nun gibt es ein Ziel: Geld sammeln, um das Stiftungsvermögen zu erhöhen. Dieses Geld wird sicher und gewinnbringend angelegt. Der Stiftungszweck wird durch die Ausschüttungen gemäß der Satzung erfüllt.


Glücklicherweise konnten im Stiftungsrat namhafte und engagierte Personen gewonnen werden (siehe unten), die sich zukünftig für die Schule einsetzen werden. Prof. Dr. Christoph Stölzl, Präsident der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar, konnte mit der Lobby-Arbeit direkt beginnen. In seiner Festansprache machte er deutlich, wie ungerecht und kurzsichtig er die Behandlung von freien im Gegensatz zu staatlichen Schulen sieht. „Wo staatliche Schulen oft ratlos resignieren, kommen Schulen in freier Trägerschaft weiter. Das ist bei Migration, Behinderung und spezieller Förderung so. Freie Schulen tun das, was die Gesellschaft noch vor sich hat. Sie lösen sich von Vater Staat und suchen eigene Wege, mobilisieren eigene Kräfte, aber es muss dennoch unterstützt werden und sollte Anerkennung finden.“


Mit Peter Seifert kam ein Klassenelternsprecher zu Wort. Ihm ist es besonders wichtig, dass noch mehr Leute erfahren, wie gut in der Schule mit seinem Sohn umgegangen wird. „Wenn man ein behindertes Kind hat, ist die Frage nach der Zukunft besonders schwer. Wie geht es weiter? Da ist es sehr wichtig das Kind in guten Händen zu wissen, um die optimale Förderung und Vorbereitung auf das spätere Leben zu bekommen. Dies alles haben wir hier gefunden“, sagte er.


Andrea König, Leiterin der Förderschule, gab einen Einblick in den Schultag, informierte über die Entstehung und die vielen Angebote im Haus, die jedem Kind mit seinen Beeinträchtigungen helfen sollen und erklärte auch, welche Probleme die finanzielle Kürzung mit sich bringt. Aber vor allem dankte sie den engagierten Stiftungsräten, Spendern und allen, die sich auf andere Art und Weise für die Schule einsetzen.


Mit der Unterzeichnung der Stiftungsurkunde wurde die Stiftung gegründet. Sie beginnt mit 10 000 Euro Startkapital, eine Zustiftung der Stiftung Sophienhaus Weimar. Außerdem haben die Sparkasse Mittelthüringen 1500 Euro und die Heichelheimer Kloßmanufaktur 1000 Euro gespendet. Dieses soll sich durch Zustiftungen schnell vermehren. Die Verwaltungsarbeit wird von der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbH übernommen. Alles gespendete Geld kommt in den Stiftungstopf.

Spendenkonto:
Sparkasse Mittelthüringen
Konto: 125 013 388, BLZ: 820 510 00
Spendenstichwort: Förderstiftung JLFZ

Online-Spende: www.diakonie-wl.de/spendenkonto-spendenformular


Stiftungsrat

Ute Böhnki, Behinderten- und Seniorenbeauftragte der Stadt Weimar

Frietjof Hahn, Geschäftsführer Ablig Feinfrost GmbH

Henrich Herbst, Superintendent des Kirchenkreises Weimar

Kerstin Hess, Vertreterin des Fördervereins des Johannes-Landenberger-Förderzentrums

Prof. Stefan Hügel, Notar in Weimar

Dr. Dieter-Lebrecht Koch, Mitglied des Europäischen Parlaments

Andrea König, Schulleiterin des Johannes-Landenberger-Förderzentrums Weimar

Axel Kramme, Rektor der Stiftung Sophienhaus Weimar

Constantin Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach

René Röthlich, Gruppenleiter Stiftungsbetreuung/Wertpapierberatung der Sparkasse Mittelthüringen

Dr. med. Thomas Rusche, Chefarzt im Sophien- und Hufeland-Klinikum Weimar

Peter Seifert, Klassenelternsprecher im Johannes-Landenberger-Förderzentrum Weimar

Prof. Dr. Christoph Stölzl, Präsident der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar


>> Hier gelangen Sie zur Bildergalerie <<


Text/ Fotos: Sandra Smailes