Gäste aus nah und fern in Altengesees

Christo-Hofmolkerei mit erster Produktverkostung – Theaterstück zum „Glück am Weg“

Die Evangelische Stiftung Christopherushof hatte am Samstag zum traditionellen Jahresfest eingeladen. Neben all den Angeboten, die dieses Fest Jahr für Jahr Bewohnern, Beschäftigten, Angehörigen, Mitarbeitenden und Freunden macht, gab es zwei Besonderheiten. Eva Müller, die seit 25 Jahren für den Christopherushof arbeitet, wurde für ihren Dienst mit dem Goldenen Kronenkreuz der Diakonie Deutschland geehrt. Außerdem konnte die Christo-Hofmolkerei als ein neues Angebot der Werkstätten Christopherushof in Altengesees mit der Verkostung von Natur-Joghurt und Feta-Käse vorgestellt werden. Dr. Klaus Scholtissek, Geschäftsführer der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein und Vorstandsvorsitzender der Evang. Stiftung Christopherushof, konnte viele, sehr viele Gäste zum Festgottesdienst im Saal der Werkstätten begrüßen. Darunter waren neben dem Vorsitzenden der Stiftungsrates Markus Enders auch die Bundestagsabgeordnete Carola Stauche, Bürgermeister Thomas Franke und der Landtagskandidat Stefan Gruhner.
Das Fest stand unter dem Motto der Jahreslosung „Gott nahe zu sein ist mein Glück“ und davon handelte auch die Predigt von Pfarrer Axel Kramme, dem Rektor der Diakoniestiftung. Er fragt die Gäste nach ihren Vorstellungen vom Glück und animierte, auch kleine Freuden zu erkennen und festzuhalten. „Glück am Weg“ so war der Titel des kleinen Theaterstücks. Marcel Dietzel machte sich in dem Spiel auf dem Weg zu Gott, um ihn auf vermeintliche Ungerechtigkeiten anzusprechen und Antworten auf die Frage nach dem Glück zu bekommen. Doch er, der auf der Suche nach Glück und Zufriedenheit war, übersah selbst die Angebote, die ihm am Weg begegneten.
Viele kleine Glücksmomente wollten die Gastgeber, Mitarbeiter und Betreuer der Wohn- und Werkstätten, den Gästen mit dem Fest bereiten. So gab es an 24 Stationen vieles zu entdecken. Die Wohnstätten Werner-Stäbler-Haus und Haus Bergblick, in denen 48 Menschen mit Behinderung leben, konnten besichtigt werden. Die Werkstätten, in denen 155 Frauen und Männer mit verschiedenen Behinderungen beschäftigt sind und betreut werden, waren für Besucher zugänglich. Außerdem gab es viele Stände, wie den Bau von Holzbilderrahmen, Herstellen von Glückwunschkarten, Einpflanzen von Glücksbambus und das Gestalten von Brötchen. Der Diakonie Förderverein hat mit einer Luftballon-Aktion auf sich aufmerksam gemacht und um Mitglieder geworden. Natürlich waren vor allem die kunsthandwerklichen Werkstattbereiche, wie Töpferei und Weberei Besuchermagnete. Und auch die vielen kleinen Köstlichkeiten aus der Christo-Bäckerei, Flammkuchen aus dem mobilen Backofen, Zigarren, Liköre und vieles mehr trugen zum gelungenen Fest bei. Nicht selten nehmen dafür Angehörige sehr lange Wege auf sich, denn das Jahresfest ist traditionell die Zeit, in der weit entfernt wohnende Verwandte von Bewohnern nach Altengesees kommen, die sonst nur selten zu Besuch kommen können. „Früher haben wir viele Eltern oder Geschwister von Bewohnern sogar vom Zug in Leutenberg abgeholt und sie mit einem Mittagessen zum Jahresfest begrüßt. Mittlerweile kommen alle selbst gefahren“, erinnert sich Frank-Michael Schmidt, der seit sechs Jahren Leiter der Wohnstätten in Altengesees ist und schon seit 1986 dort arbeitet.

Informationen zur Geschichte der Stiftung und dem Leben in den Wohnstätten gibt es in der Broschüre „Christopherushof bis heute“. Diese kann in Altengesees bei Frau Kerstin Wuitz, Tel. 036643 30204 abgeholt oder bestellt werden.


Text/Bilder: Sandra Smailes