Gelungener Fachtag der Suchtberatung

Die Suchtberatungsstelle in Saalfeld besteht seit 30 Jahren. Dieser Jahrestag war Anlass für einen Fachtag im Saal des Jugend- und Freizeitzentrums im Saalfelder Stadtteil Gorndorf. Bevor das Thema „Zusammenarbeit in der Behandlung von Alkoholgebrauchsstörungen - Herausforderungen des Schnittstellenmanagements in der Suchthilfe“ zum Zuge kam, wurde auf die vergangenen Jahre zurückgeblickt. 600 bis 700 Klienten werden jährlich begleitet. In den vergangenen 30 Jahren suchten etwa 7000 Suchtkranke, Suchtgefährdete und Angehörige Unterstützung. Manche nur einmal, andere über Jahre hinweg mit regelmäßigem Kontakt zur Beratungsstelle.
Katrin Liebezeit, seit knapp einem Jahr Leiterin der Psychosozialen Beratungsstelle für Suchtkranke, Suchtgefährdete und Angehörige, begrüßte etwa 80 Gäste. Sie nutzte die Gelegenheit um für den guten Start und die Unterstützung zu danken und ihr Team aus sechs Kolleginnen und Kollegen vorzustellen.
Den Rückblick übernahm Karola Hausdorf, denn die frühere Leiterin der Beratungsstelle ist von Anfang an im Team. Sie hat die räumlichen und inhaltlichen Veränderungen miterlebt, weiß noch, wie zum Alkohol die Spiel- und Drogensucht kamen. Sie erzählte von der Entstehung verschiedener Selbsthilfegruppen und der Gründung des Martinshauses, der stationären Suchthilfeeinrichtung in Saalfeld. Karola Hausdorf berichtete von Trägerwechseln und dem Umzug in das Haus der Diakonie in die Nähe anderer Beratungsstellen. Damit ist man noch besser vernetzt. Es besteht ein enger Kontakt zu anderen helfenden Einrichtungen.
Die langjährige Mitarbeiterin wurde von Martin Scheidt, Geschäftsbereichsleiter Beratung/Wohnen der Diakoniestiftung, für ihre langjährige, engagierte und fachlich beeindruckende Arbeit mit Blumen geehrt. Zum Thema des Tages hinführend, sprach Dr. Christian Stiehler, Amtsarzt im Landkreis Saalfeld Rudolstadt, die gute Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle an und rief auf, diese Vernetzung zu vertiefen. Dies jedoch nicht zum Selbstzweck, sondern stets für die bestmögliche Betreuung der Klienten durch Fachkliniken, Arztpraxen, Beratungsstellen und andere Hilfefelder. Genau solche Veranstaltungen brauche es dafür.
Das griff der Hauptreferent des Tages gern auf. Christoph Kern, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt der Fachklinik Klosterwald in Bad Klosterlausnitz, war eingeladen, um über Schnittstellenmanagement in der Suchthilfe zu sprechen. Er erklärte Suchterkrankungen, beschrieb zu welchem Zeitpunkt und auf welchem Weg Patienten Hilfe suchen. Wenn die ersten Schritte getan sein, komme das System an Grenzen. Die Frage wann eine Reha-Maßnahme beginnt, wie es danach weitergeht und wer sich darum kümmert, mache Klienten den Weg aus der Sucht oft noch schwerer. An dieser Stelle bittet er um Verbesserungen. Und gab den Besuchern wichtige Impulse mit. Zum Beispiel den Hinweis, dass stets das Ansehen, ein positiver Blick auf den Klienten herrschen muss, dass Sucht nichts ist, das zur Vorverurteilung eines Menschen führen darf. Ihm ist die Vernetzung der Hilfeangebote Krankenhaus, Fachklinik, Justiz, Reha-Einrichtungen, Beratungsstellen und Behörden wichtig. Doch im Mittelpunkt soll stets die Prävention stehen, um Suchterkrankungen zu vermeiden. Auch das leistet die Beratungsstelle in Saalfeld auf vielfältige Weise, beginnend in Kindergärten und Schulen. Denn in 30 Jahren ist die Einrichtung zu einem zentralen Bestandteil der Suchtkrankenhilfe geworden. 

Die Psychosoziale Beratungsstelle finden Sie in Saalfeld, Brudergasse 18, Tel.: 03671 – 5256-5111, Mail: Suchtberatung-saalfeld@diakonie-wl.de