Haus Elisabeth besteht seit zehn Jahren

„Stellen Sie sich vor, Sie haben sich im Wald verirrt. Um Sie herum herrscht dichter Nebel, Sie haben die Orientierung verloren und finden nicht den Weg hinaus - so wird oft das Befinden von Menschen mit Demenz beschrieben. Wir wissen inzwischen viel über Demenz, doch wie es sich anfühlt, können wir nur erahnen“, sagt Anja Küfner, die Leiterin des Hauses Elisabeth in Ebersdorf. Die Seniorenpflegeeinrichtung ist auf die Pflege von Menschen mit Demenz spezialisiert und wurde eröffnet, als Demenz noch eine seltene Krankheit war.

Am Freitag feierte die Pflegeeinrichtung das 10-jährige Bestehen. Das Haus steht auf dem Standort des früheren Ebersdorfer Krankenhauses und hatte aus diesem Grund keinen leichten Start. Denn viele Menschen der Region trauerten dem Krankenhaus nach und konnten zunächst das Gute in dem neuen Angebot nicht erkennen. Dazu äußerten sich namhafte Menschen der Region in der Festschrift die zum Jahrestag erschienen ist. Das Heft „Willkommen in unserer Welt“, berichtet über die Entstehung, die Angebote und das alltägliche Leben im Haus Elisabeth.
Dr. Allam Hanna, Arzt und stellvertretender Bürgermeister, schrieb: „Je mehr ich mich über die Schließung einer gut funktionierenden medizinischen Einrichtung im Jahre 2003 geärgert habe, desto mehr habe ich mich über die Einweihung einer anderer medizinischen Einrichtung im Jahre 2006 gefreut. Nicht nur als Mediziner, auch als Nachbar freue ich mich über die hervorragende Arbeit, die dieses Haus für die Bürger der Region leistet“. Auch Dr. Andreas Dietrich äußert sich in der Festschrift: „Schnell wurden die Skeptiker eines besseren belehrt. Das Haus war und ist immer voll belegt….Wenn wir zur Visite oder zu Hausbesuchen kommen, beeindruckt uns die wohltuende Atmosphäre und der fürsorgliche Umgang des Personal mit den ihnen anvertrauen Menschen, die wahrlich nicht immer einfach sind.“

Das Haus Elisabeth hat Platz für 40 Bewohner. Die erste Mitarbeiterin, Nicole Hartenstein, ist heute noch im Team und leitet als Pflegedienstleiterin die fast 40 Mitarbeitenden verschiedener Berufsgruppen. „Unser Haus teilt sich in kleine Wohngruppen, die jeweils auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der erkrankten Menschen ausgerichtet sind. Wir nennen das Drei-Welten-Konzept und können dadurch die Bewohner ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechen betreuen und beschäftigen“, sagt Nicole Hartenstein. Ihr und allen anderen Mitarbeiterinnen und den zwei Mitarbeitern wurde im Festgottesdienst in der Ebersdoerfer Christopheruskirche herzlich gedankt. Neben Dr. Klaus Scholtissek, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein, der Parallelen zur Weimarer Schwesternschaft ziehen konnte, dankten und würdigten der ambulante Hospizdienst, das Aufsichtsratsmitglied Markus Enders, Pfarrer Axel Kramme, Rektor der Diakoniestiftung, und Dr. Allam Hanna, der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Saalburg-Ebersdorf das Haus und die Mitarbeitenden. Dr. Hanna erinnerte auch im Gottesdienst an die bewegte Zeit der Schließung des Krankenhauses und dankte ganz besonders Norbert Hetterle, der die Idee, den Mut und die Möglichkeiten hatte, um den frei gewordenen Platz in Ebersdorf zu nutzen, um das Haus Elisabeth entstehen zu lassen.

Die Festschrift „Willkommen in unserer Welt“, in der auch Bewohner und Angehörige zu Wort kommen, gibt es kostenfrei im Haus Elisabeth, Krankenhausstraße 8 in Ebersdorf, Tel. 036651 381911