Herbstferien im Indianerreservat

Herbstferien im Indianerreservat
Zehn Schüler der Freien Montessori-Schule zu Gast in South Dakota – Gegenbesuch im Mai geplant 

Zehn Schüler der Freien Montessori-Gemeinschaftsschule in Bad Lobenstein haben ihre Herbstferien in den USA verbracht und dort viel erlebt. Auch jetzt, da seit einigen Tagen wieder Unterricht stattfindet, ist das Erlebnis USA-Reise, das bestimmende Thema.
Zusammen mit den Klassenleiterinnen Petra Schmidt, Antje Stumpf sowie der Englischlehrerin Dr. Kristin Kuchenbecker waren die Jugendlichen für zehn Tage in South Dakota im Reservat der Lakota-Indianer zu Gast. Im 500-Einwohner-Ort Dupree wohnten die Schüler bei Familien und besuchten dort einige Tage lang die Schule.
Die Lehrerinnen übernachteten bei einer Freundin der Englischlehrerin Dr. Kristin Kuchenbecker. Durch sie, die einige Zeit in den USA gelebt und dort als Lehrerin gearbeitet hat, ist der Schüleraustausch zu Stande gekommen.
„Frau Kuchenbecker hat guten Kontakt in die Gegend und hält Freundschaft zu einer früheren, auch deutschstämmigen Kollegin in South Dakota. Im Englischunterricht wurde mit ihrer Klasse in Dupee telefoniert und per Videobotschaften gesprochen. Der Austausch hält schon seit  Monaten an, wurde stets intensiver und dabei kam die Idee, die Schüler dort zu besuchen“, erzählt Antje Stumpf, wie es zur Reise kam.
Bereits im Herbst 2018 begannen die Vorbereitungen. Zunächst hatten zwölf Schüler der neunten und zehnten Klassen ihr Interesse bekundet. Letztlich sind zehn Schüler mitgeflogen, einige zum ersten Mal im Flugzeug unterwegs.  Der Austausch hat mit Unterstützung des German American Partnership Programm (GAPP) stattgefunden. Es gab 80 Euro Reisekostenzuschuss pro Schüler und den Versicherungsschutz als Unterstützung. Alle Teilnehmer haben den Austausch ansonsten selbst finanziert. 
Der Ort Dupee liegt in einem Indianerreservat und gehört zu den ärmsten Gegenden der USA, hatte für die Schüler aber viel Interessantes zu bieten. Zum Kennenlernen ging es zusammen mit einheimischen Schülern zum Mount Rushmore, dem Gebirge mit den vier in Stein gehauenen Portraits bedeutender amerikanischer Präsidenten, zum Crazy Horse Monument und in einen Nationalpark.
Doch vor allem erlebten sie den Alltag der Menschen in der Gegend. „Viele sind Eigenversorger und leben von der Landwirtschaft, haben kleine, einfache Häuser oder Trailer. In der Schule bekommen alle Schüler das Frühstück und Mittagessen kostenfrei, aber jeder hat einen Laptop. An jedem Nachmittag finden Freizeitangebote oder Sportveranstaltungen statt“, zählt Petra Schmidt einige Besonderheiten auf.
Die Bad Lobensteiner waren einzeln untergebracht, um tatsächlich Englisch sprechen zu müssen und selbst deutsch zu kochen. Die Gäste hatten schon zu Hause die Aufgabe erhalten an einem Tag ein deutsches Gericht zuzubereiten. „Da gab es Kartoffelsuppe, Küchler, Rostbrätel und Schnitzel. Nur einer hat es sich nicht zugetraut, für andere zu kochen“, sagt Petra Schmidt.
Die Zeit in dem fernen Land verging für die kleine Reisegruppe viel zu schnell. Zwei wollen nach der Schule für längere Zeit in den USA bleiben, doch bis dahin wird noch viel Englischunterricht stattfinden. Auch der Gegenbesuch ist schon geplant. Bereits im Mai 2020 werden die neuen Freunde aus South Dakota einige Tage in Bad Lobenstein sein.
Die Schüler haben während ihrer Reise ausführlich im Internet berichtet und dafür einen Blog erstellt. Viele Bilder und Beiträge sind auf der Internetseite der Schule: m-schule.com zu sehen.