Hilfe beim Aufstehen und Anziehen

Hilfe beim Aufstehen und Anziehen

Flexible Erziehungshilfe unterstützt die Entwicklung von bis zu acht Kindern


Die Jugendhilfe der Region startet mit einem neuen Angebot. Ab sofort gibt es das FlexTeam. Die Abkürzung steht für ein flexibles Angebot ambulanter Erziehungshilfen in der Region Bad Lobenstein und Schleiz. Es wird von der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein getragen und vom Landkreis Saale-Orla finanziert. Die Räumlichkeiten sind in Bad Lobenstein, Am Sportplatz 4, eingerichtet. Von hier aus werden bis zu acht Familien betreut, die Unterstützung und Beratung bei der Erziehung wünschen und deren Kinder wegen verschiedenster Entwicklungsbesonderheiten pädagogisch gefördert werden sollen.

Bisher wurden unter dem Namen sozialpädagogische Tagesgruppe Mädchen und Jungen vom Schuleintritt bis zum 13. Lebensjahr unterstützt. „Wir haben die Kinder in unseren Räumlichkeiten betreut und waren vor allem auf sie konzentriert. Nun ist es so, dass wir darüber hinaus als aufsuchende Erziehungshilfe agieren und intensiv auch mit dem Familien der Kinder zusammenarbeiten“, erklärt Kathlen Ölsner. Sie arbeitet gemeinsam mit Maria Giegling und Nadine Kessel, die sich zurzeit in Elternzeit befindet.


Meist steckt kein böser Wille hinter dem auffälligen Verhalten von Kindern. Ein stressiger und vollgepackter Alltag, wenig Zeit für- und miteinander, berufliche oder finanzielle Schwierigkeiten und Beziehungsprobleme belasten das Familienleben oft sehr. Besonders der Umgang mit und die Erziehung von Kindern, die hohe Ansprüche an ihre Eltern stellen, wird dabei immer wieder zur Herausforderung. Auseinandersetzungen sind oft vorprogrammiert und Zeiten in denen die gesamte Familie zur Ruhe kommen sollte, werden immer wieder durch Streit und Ärger überschattet. Das kann so weit gehen, dass der Spaß am Miteinander verloren geht und ein erholsames Familienleben kaum noch möglich ist. Oft ist es dann die Ratlosigkeit der Eltern Anlass Unterstützung und Beratung beim zuständigen Jugendamt zu suchen. Dieses vermittelt die Familien weiter an das Flex-Team.


Dort wird vielseitige Hilfe für Familien geboten. Zunächst werden die Kinder an zwei Tagen in der Woche nach der Schule gruppenpädagogisch betreut und gefördert. Dabei sind verschiedene Angebote, in einen möglichst normalen Alltag eingebettet. Beim gemeinsamen Spielen, Basteln, Sporttreiben, erlebnispädagogischen Aktivitäten, Gruppenarbeiten zu verschiedenen Themen oder gemeinsamen Kochen und Backen lernen die Kinder wie man miteinander umgehen muss damit es allen Spaß macht und noch vieles mehr.

Darüber hinaus werden im familiären Umfeld mit den Eltern und ihren Kindern Probleme dort angegangen und nach Lösungen gesucht wo sie auftreten. Je nach Bedarf kann vielschichtig direkt im Alltag der Familie mitgearbeitet werden, um eine Veränderung des Umgangs miteinander oder von Strukturen und Abläufe anzuregen. Zusätzlich können neue soziale Kontakte geknüpft, sinnvolle Freizeitaktivitäten vermittelt, zu speziellen Themen beraten, oder auch Kontakte zu Unterstützungsangeboten im wirtschaftlichen Rahmen aufgebaut werden.


„Gemeinsam mit den Familien schauen wir wo die Schwierigkeiten genau liegen, wie sie entstehen und wie die meist schon einige Zeit bestehende Spirale durchbrochen werden kann. Das kann bei jeder Familie anders aussehen. Wichtig ist bei jeder Familie nur, dass alle mitarbeiten damit eine Veränderung erreicht werden kann. Dabei ist es auch unser Ziel, uns so schnell wie möglich wieder überflüssig zu machen“, sagt Kathlen Ölsner.


Text: Sandra Smailes