Jedermann im Kulturhaus

Jedermann – Vom Sterben des reichen Mannes

Ein vom Anfang bis zum Ende konzentriertes Publikum war am Sonntag Abend im Bad Lobensteiner Kulturhaus zu beobachten. Der Saal war mit mehr als 200 Gästen gut gefüllt. Dort führte der Hospizdienst der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein Weltliteratur auf.

„Wir haben uns an das Stück Jedermann gewagt. Das wurde vor 100 Jahren von Hugo von Hofmanntal geschrieben und erzählt vom Sterben des reichen Mannes“ sagt Anke Schmidt, Mitarbeiterin des Hospizdienstes. Unter ihrer Regie wurde das Stück geprobt und auch beeindruckend aufgeführt.

Mit 14 Mitwirkenden und sieben Musikern wurde die Geschichte vom Leben und dessen Ende erzählt. Alle Beteiligten sind Mitarbeitende und Freunde der Diakoniestiftung. Die entscheidenden Charaktere hatten dabei Jedermann alias Maximilian Schmidt, Auszubildender der Diakonie-Sozialstation Bad Lobenstein und der Tod alias Marcel Dietzel, Beschäftiger der Christopherushof Werkstätten übernommen. Beide spielten ihre Rolle mit vollem Einsatz und überzeugender Mimik. Aber auch Hebersdorfs Pfarrer …Stein, seine Tochter Magdalena Stein und Marina Wehe aus Harra als Mutter des Jedermann überzeugten in ihren Rollen.

Das Stück erzählt von einem Mensch, der im Grunde jeder von uns sein könnte. Er lebt rücksichtslos, gewissenlos, egoistisch und ohne Glauben. Plötzlich steht der Tod vor ihm und kündigt das Ende seines Lebens an. Der Mann erkennt seine Fehler und will zum Ende hin alles regeln, in gutem Gewissen von dieser Welt gehen. Er schafft dies, kann in Frieden mit sich, seinen Mitmenschen und Gott sterben.

„Unsere Arbeit zielt darauf hin, Menschen am Lebensende beizustehen. Kranke, sterbende und trauernde Menschen erhalten bei uns Beistand und Hilfe. Dieser Dienst wird mittlerweile in gesamten Landkreis und der Region Saalfeld sehr häufig in Anspruch genommen. Aber wir möchten noch besser zu diesem Thema informieren. Der Tod soll nicht überraschend, unvorbereitet kommen. Wir alle wissen, dass wir irgendwann betroffen sein werden. Das Theaterstück soll zum Nachdenken über das eigene Leben anregen und Gedanken an den Tod dabei nicht verdrängen“, erklärt Christine Josiger, Leiterin des Hospizdienstes und Chefin mehrerer Dutzend ehrenamtlicher Helfer.

So ist nach 2009, als erfolgreich das Stück Oscar und die Dame in Rosa aufgeführt wurde, nun erneut eine kleine Theatergruppe zusammen gekommen.

Nach Aufführungen in Helmsgrün im Sommer 2011 und der Partnergemeinde Weissach in Baden-Württemberg konnte nun der Jedermann-Auftritt in Bad Lobenstein stattfinden. Gemeinsam mit der Stadt Bad Lobenstein wurde dies möglich. Bürgermeister Peter Oppel war in der Band am Schlagzeeg aktiv und dankte den Darstellern nach der Aufführung. „Ich bin beeindruckt, dass sich Menschen die während ihrer Arbeit mit hilfebedürftigen, kranken und sterbenden Menschen zu tun haben, auch noch die Kraft aufbringen, dieses Thema in ihrer Freizeit anzupacken. Ich danke ganz herzlich für diese beeindruckende Aufführung“, sagte er nach dem Stück.

Der Eintritt zu dieser Aufführung war frei. Es wurde um Spenden für die Arbeit des Hospizdienstes gebeten und am Ende des Stückes waren die beiden Geldkörbchen gut gefüllt.

Außerdem hatten die Christopherushof Werkstätten ein Imbissangebot vorbereitet und waren mit einem Stand verschiedener handgefertigter Werkstattprodukte vertreten. So gab es die Möglichkeit zu einem angenehmen Ausklang.

Info: Ambulanter Hospizdienst, Tel. 036651 3989-55, Hospiz.lobenstein@diakonie-wl.de