Leben und Sterben zusammendenken

Seit 18 Jahren leitet Christine Josiger den Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein. In dieser Zeit ist es gelungen, ein tragendes Netzwerk aufzubauen, um dem Grundanliegen der Hospizarbeit – Begleitung der Menschen am Lebensende – Rechnung zu tragen.

Worauf legen Sie den größten Wert?

Im Mittelpunkt stehen der sterbende Mensch und seine Angehörigen. Es geht darum, die Bedürfnisse, die Wünsche, die Hoffnungen, die  Ängste und die Erwartungen wahr zu nehmen und die Betroffenen zu ermutigen, diese Phase bewusst anzunehmen und zu leben.

Wie arbeitet Ihr Hospizdienst?

Ein ambulanter Hospizdienst besteht aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Wir sind in privaten Haushalten, in Pflegeheimen und in Krankenhäusern tätig. Ohne die Ehrenamtlichen wäre unser Dienst undenkbar. Sie sind es, die nach einem speziellen Kurs schwer Kranke und Sterbende begleiten und Ansprechpartner für die Angehörigen sind. Natürlich unterstützen sich Familien gegenseitig, geben sich Halt und Hilfe. Und doch kann es vorkommen, dass Betroffene oder Angehörige mal ein Ohr brauchen, das „anders“ hört – eine Hand von anderer Seite, die sicher hält. Unsere Ehrenamtlichen sind Gesprächspartner, Zuhörer,  Entscheidungsfindehelfer, Beter und Berater. Sie gehen auf Ängste, Zweifel und Nöte ein, beantworten Fragen und unterstützen bei der Wunscherfüllung am Lebensende. Wir kommen, wenn wir gerufen werden und ziehen uns wieder zurück, wenn unser Dasein nicht mehr benötigt wird.

Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie in ihrer Tätigkeit machen dürfen?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass schwer Kranke über die Dinge, die sie beschäftigen, reden möchten. Wir werden Vertraute, wenn uns Menschen über ihre Vergangenheit berichten, ihre Wünsche und Hoffnungen offenbaren und uns in ihre Ängste einweihen. Segen begleitet unsere Arbeit, und lässt diese so gut gelingen.


Über uns
Der ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Diakoniestiftung ist in den Landkreisen Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt vertreten. Mittlerweile gibt es in Bad Lobenstein, Oppurg, Schleiz, Saalfeld, Rudolstadt und Wurzbach Hospizbegleitergruppen.  Mehr als 100 ehrenamtliche Helfer wurden in Kursen für den Dienst ausgebildet. Sie stehen mit Rat und Tat zur Seite: Tel.: 036651 - 3989-3989.

Abschiedsbroschüre 
Der Leitfaden „Abschied. Eine Hilfe zum Umgang mit Tod und Trauer“ spiegelt Erfahrungen der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter des Hospizdienstes wieder und wurde nun zum zweiten Mal aufgelegt.
Das Heft kann für 4,50 Euro bestellt werden: Karin Ludäscher, Sekretariat, Tel.: 036651 - 3989-1001, K.Ludaescher@diakonie-wl.de

Hospizbegleiter werden! Hospizdienst rufen!
Sie möchten mehr über den ambulanten Hospizdienst in den Landkreisen Saalfeld-Rudolstadt und dem Saale-Orla-Kreis wissen, einen Kurs besuchen oder in Ihrer Gemeinde einen Vortrag zum Thema Sterben, Tod und Trauer organisieren? Dann melden Sie sich! 
Auch wenn Sie selbst schwer krank sind oder für Angehörige Unterstützung suchen, der Hospizdienst ist für Sie da! Info: Christine Josiger, Tel.: 036651 - 3989-3989, Hospiz.Lobenstein@diakonie-wl.de

Diakonal
Die aktuelle Ausgabe unserer Zeitschrift diakonal ist unter dem Titel "Leben und Sterben zusammendenken" erschienen und widmet sich den Themen  Sterben, Tod und Trauer  >>> zum Heft