Repliken-Galerie ist eröffnet

Repliken-Galerie ist eröffnet


In Holzdorf / Weimar ist nach mehr als 60 Jahren Kunst, ähnlich wie in den 20er und 30er Jahren gesammelt, wieder eingezogen und für die Öffentlichkeit zugänglich. Am 7. März wurde mit fast 200 Gästen die Ausstellungseröffnung der Repliken der Kunstsammlung Dr. Otto Krebs gefeiert. Damit sind meisterhaft kopierte Gemälde der einst bedeutenden und einmaligen Kunstsammlung des deutschen Sammlers wieder in Holzdorf. Die Originale, darunter Werke von Monet, van Gogh, Renoir, Gauguin und anderer großer Impressionisten kamen 1947 in die Sowjetunion und werden seit 1995 in der Eremitage in Sankt Petersburg gezeigt.

Die Dauerausstellung mit zunächst 14 Bildern ist ab sofort an jedem 1. Sonntag im Monat (14 bis 16 Uhr), nach Anmeldung und im Rahmen der Führungen auf dem Landgut möglich. Ansprechpartnerin ist Frau Rita Lenzko: Tel. 03643 777880.


Die Ausstellung im Herrenhaus wurde durch Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Norbert Hetterle, Geschäftsführer der Diakonie Landgut Holzdorf gGmbH, im Beisein der Künstlerin Prof. Tatjana Pozelujeva (Akademie, Sankt Petersburg) eröffnet. Zuvor sprach Pfarrer Axel Kramme, Rektor der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbH, einen Segen für Holzdorf und alle Menschen dort. „Holzdorf ist ein Ort, mit diakonischen Hilfs-, Beschäftigungs- und Bildungsangeboten, dazu ziehen Freude, Kunst und Kultur ein“, sagte er.


Der Auftakt zur Ausstellungseröffnung hat in der vollbesetzten, renovierten Aula im Landgut stattgefunden. Dr. Klaus Scholtissek, Vorsitzender der Geschäftsführung der Diakonie Landgut Holzdorf und Vorsitzender der Geschäftsführung der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein, begrüßte die Gäste und dankte den vielen Beteiligten, vor allem aber Norbert Hetterle für sein Wirken in Holzdorf. Durch sein Engagement und seine Hartnäckigkeit konnte dem ehemaligen Landgut zu einem neuen Start verholfen werden.

Dank richtete er auch an die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die Sparkassen Mittelthüringen und Saale-Orla für die finanzielle Unterstützung zugunsten der anspruchsvollen Reproduktion der Originale.

Dr. Scholtissek ist froh über die gegenwärtige Entwicklung. Das Diakonische Bildungsinstitut Johannes Falk hält vielfältige Bildungsangebote vor, es gibt einen Waldkindergarten, eine Sozialpädagogische Tagesgruppe sowie Vermittlung und Qualifikation für viele Menschen. Holzdorf soll Treffpunkt werden, für Verbände, Gruppen, Interessierte, Kunst- und Kulturliebhaber.


Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht war Ehrengast der Veranstaltung. In ihrer Festrede dankte sie für das Engagement, dass für eine Stiftung mit diakonischem Auftrag ganz und gar nicht selbstverständlich sei, aber aus Verantwortung mit geleistet werde. Lieberknecht kennt die Vorhaben zur Nutzung des ehemaligen Landgutes seit einiger Zeit und ist erfreut, in die Planung mit eingebunden gewesen zu sein.


Helmut Schmidt, der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Saale-Orla und Aufsichtsratsvorsitzende der Diakoniestiftung, sprach zu den Gästen ganz offen: „Als Norbert Hetterle mich anrief und von den Bildern erzählte, kannte ich die Geschichte um Holzdorf und den Wert der Kunstsammlung nicht. Ich habe ihm vorgeschlagen, die Bilder zu kaufen. Damals war das Gespräch sehr schnell beendet. Lange wundern musste ich mich nicht. Nur wenige Tage später meldete sich Herr Hetterle und sagte für den Kauf bräuchten wir etwa eine Milliarde Euro.“ Helmut Schmidt erzählte weiter, wie er das Landgut kennen gelernt hatte und zunächst sehr pessimistisch war. „Ich dachte damals, geschenkt war noch zu teuer und bin nun sehr froh über das Geschaffene. Holzdorf ist wieder erlebbar geworden und soll noch weiter ausgebaut werden. Es entsteht ein sozial diakonisches Zentrum. Wenn die Kunst dazu kommt, ist das etwas Wunderbares.“


Noch vor der eigentlichen Ausstellungseröffnung gab Frau Prof. Dr. Sabine Maier von der Fachhochschule Erfurt einen Einblick in die Arbeit mit den Bildern. In einer Präsentation erklärte Sie, wie die Bilder in Sankt Petersburg von Prof. Tatjana Pozelujeva und Studenten kopiert wurden. Anhand von Fotos und Beschreibungen konnten die Gäste eine Ahnung von der Arbeit bekommen, welche in den Repliken steckt. Dank Ulrike Oberländer, Historikern aus Weimar, erfuhren die Gäste in einem Rückblick von der Entstehung des Landgutes, dem Leben dort sowie vom Fabrikanten und Kunstliebhaber Dr. Otto Krebs und seiner Frau.


Im Herrenhaus fand anschließend die Eröffnung statt. Dort wurde den Gästen ein beeindruckender Empfang geboten. Im Eingangsbereich mit Bibliothek, Musik- und Gobelinzimmer wurden die Gäste mit Speisen und Getränken versorgt. In der ersten Etage, in den früheren Schlafräumen, sind die Bilder ausgestellt.

Die Eröffnungsfeier wurde vom Förderverein des Landgutes Holzdorf und Bewohnern Legefelds unterstützt.


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Text/Fotos: Sandra Smailes