Rollstuhlkarussell eingeweiht

Es ist geschafft! Collin Beiersdorf und die anderen Rollstuhl-Kinder der Michaelisschule Bad Lobenstein haben auf ihrem Schulhof nun ein Rollstuhlkarussell. Dieses wurde für die Kinder ganz überraschend am Montag eingeweiht. "Collin wollte unbedingt dabei sein, musste nun aber wieder ins Krankenhaus. Für zwei Stunden kam er in die Schule, um das Absperrband durchzuschneiden und das Karussell als erster zu probieren", sagte Schulleiterin Anett Richter, mit großer Freude.
Nun durften einmal die Rollstuhlkinder toben, während alle anderen am Rand standen und zusahen - ein ergreifender Moment für alle Schüler und Lehrer.  

Fast drei Jahre lange wurde um Spenden gebeten, nun war das Geld zusammen. Das Rollstuhlkarussell konnte angeschafft und eingebaut werden. Eigentlich hatte Thüringen hilft, eine Aktion der Diakonie Mitteldeutschland und der Zeitungsgruppe Thüringen, im Jahr 2016 einen Spendenaufruf gestartet, um Geld zur Anschaffung einer Vibrationsplatte zu sammeln. Dieses medizinische Gerät bewegt sich wie eine Wippe. Durch die Vibrationen werden neuromuskuläre Reflexe ausgelöst, die zu einer Aktivierung und Kräftigung von Collins Muskulatur führen. Denn Collin leidet durch einen Gendefekt an Muskelschwäche und Muskelschwund.
Der Spendenaufruf fand so viel Unterstützung, dass deutlich mehr als die benötigten 5000 Euro zusammen kamen, als zweckgebundene Spende für Collin.
Also wurde Collin gefragt, was er haben möchte. Er wünschte sich ein Rollstuhlkarussell, damit er auch mit anderen spielen kann.

Das Spielgerät hat 26.000 Euro gekostet und konnte zum großen Teil durch die Thüringen-hilft-Spenden finanziert werden. Aber es gab auch großartige Unterstützung aus der Region. Zum Beispiel dank des Spendenlaufes der Michaelisschule und Freien Montessori Gemeinschaftsschule im Bad Lobensteiner Stadtpark.
Die Firma Baufreund hat den Einbau erledigt, so dass nun die Rollstuhlkinder zusammen mit anderen Kindern Karussell fahren können. „Wir danken allen Unterstützern ganz herzlich. Es ist eine große Freude zu sehen, dass sich unsere Rollstuhlkinder am Spielen auf dem Pausenhof beteiligen können", sagte Schulleiterin Anett Richter.