Sibirien Gast im Seniorenzentrum Emmaus

Anregungen für die Altenhilfe in Akademgorodok / Sibirien gesammelt

Bürgermeister und Oberpriester im Seniorenzentrum Emmaus zu Gast

Vor wenigen Tagen waren Gäste aus Nowosibirsks in Sibirien im Ebersdorfer Seniorenzentrum Emmaus zu Gast. Die Besucher wollten das Haus sehen und in wenigen Stunden einen Eindruck davon zu bekommen, wie in Deutschland Altenhilfe funktioniert.

„Unsere Gäste waren überaus interessiert. Für sie ist das alles neu, denn in Sibirien hat bisher der Staat die Altenhilfe organisiert. Nun möchte das die Kirche übernehmen“, sagte Anja Küfner, die Leiterin des Seniorenzentrum Emmaus nach dem Besuch. Neben ihr konnten Superintendent Ralf-Peter Fuchs, Dr. Klaus Scholtissek, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein und Mitarbeiter des Hauses die Gäste begrüßen.

Neben dem Bürgermeister Akademgorodok Aljoscha Gordienko, waren Vater Boris Pivovarov, Oberpriester der Russisch-orthodoxen Kirche Akademgorodok und Dolmetscherin Tanja Molodzowa zu Gast. Die Wissenschaftlerstadt liegt etwa 20 km südlich vom Zentrum Nowosibirsks und gilt als das wissenschaftliche Zentrum Sibiriens. Der Kontakt kam über Prof. Dr. Olaf Scupin von der Fachhochschule in Jena zustande. „Die Organisation der Altenhilfe ist für die Menschen dort eine große Herausforderung, es gibt keinerlei Erfahrungen mit der Vergabe von Altenhilfestrukturen. Wir wollen helfen einige Fragen zu klären und sind dankbar, dass uns hier die Möglichkeit zum Gespräch mit Bewohnern, Patienten und Mitarbeitenden gegeben wird“, sagte Prof. Scupin. Ganz bewusst sei das christlich geführte Haus in Ebersdorf gewählt worden. Denn dort konnte zum einen die Vielfalt in der Altenhilfe gezeigt werden. Mit Betreutem Wohnen, Sozialstation, Pflegeheim und Demenzbetreuung werden in Ebersdorf mehr als 100 alt gewordene Menschen betreut und umsorgt. Sondern es konnten zum anderen auch wirtschaftliche Fragen geklärt werden. Warum nimmt die Kirche dem Staat die Aufgabe Altenhilfe ab? Was unterscheidet ein christliches Seniorenzentrum von einem in anderer Trägerschaft und wo liegen die Schnittstellen zwischen kirchlicher Funktionsübernahme und den Aufgaben des Staates bzw. der Kommune. Diese Fragen wurden mit Superindendent Ralf-Peter Fuchs und Dr. Klaus Scholtissek besprochen.

Die Gäste wurden herzlich empfangen. Es gab bei Kaffee und Kuchen einen kleinen Vortrag, eine gemeinsame Andacht, intensive Gespräche und alle Bereiche des Seniorenzentrums wurden besucht. „Der Besuch war auch für uns wichtig. Zahlreiche angesprochene Fragen helfen uns im Alltag und im Umgang mit den Bewohnern die Angebote genau zu überdenken und unseren christlichen Dienst ….“, sagte Anja Küfner zurück blickend.


Text: Sandra Smailes