Sterbebegleiter gesegnet

Hospizbegleiter werden heißt, schwer kranken, sterbenden Menschen beizustehen, sie am Ende ihres Lebens zu begleiten. Auch jetzt, da nach dem Corona-Stillstand für viele das Leben wieder richtig beginnt, wird gestorben - der Tod gehört dazu und deshalb nutzte der ambulante Hospizdienst der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein die erste Möglichkeit, neu ausgebildete, ehrenamtliche Hospizbegleiter für den Dienst segnen zu lassen. Nun können sie in die Familien gehen und dort unterstützen.
Die Segnungsfeier war nicht nur besonders heiß, sie fand an einem besonderen Ort, nämlich unter dem großen Holzkreuz am Lerchenhügen bei Heinersdorf statt. Mitten im Grünen erhielten zehn Frauen und ein Mann ihre Zertifikate, Blumen, ein Holzkreuz und ein Erinnerungsbüchlein. Selbst Grüße vom Landkreis gab es für die Ehrenamtlichen, diese überbrachte die Beigeordnete Katrin Gersdorf im Namen des Landrates zusammen mit einer guten Flasche Wein für jede und jeden.    
Zwei Pfarrer, Axel Kramme, der Rektor der Diakoniestiftung aus Weimar, und Thomas Stein, früher Pfarrer in Heberndorf,  begleiteten die Andacht und ließen die Feier zu einem festlichen Akt werden. So manche Träne floss vor Rührung.
Christine Josiger und Anke Schmidt, die Mitarbeiterinnen des Hospizdienstes leiten die Befähigungskurse. Im Jahr 2019 hatten sich 16 Frauen und Männer für die Ausbildung angemeldet und dies aus ganz unterschiedlichen Gründen. Martina Kirchner aus Schleiz war durch den Tod ihrer Mutter dazu gekommen. Sie hat in der Krankenhausverwaltung gearbeitet und möchte nun etwas geben, etwas praktisches: „Meine Mutter wollte am Ende nicht mehr allein sein, ich war tagelang rund um die Uhr bei ihr, falls Menschen das auch tun wollen, es selbst aber nicht leisten können, will ich da sein.“ Bianka Röhlig hat im Haus Elisabeth in Ebersdorf gearbeitet, ist mittlerweile nach Gera gezogen und arbeitet in der Intensivpflege. Auch in ihrer jetzigen Tätigkeit  und kann sie viel Gelerntes anwenden. Zur Segnungsfeier kam sie extra nach Heinersdorf gefahren. Isabell Pätzold ist Pflegekraft in der Diakonie-Sozialstation, sie sagt, „Als Pflegekräfte hören wir den Menschen zu und begleiten sie. Im Kurs habe ich viel gelernt, dass mir all das leichter macht und die Zusammenarbeit mit den Angehörigen noch besser gelingt. Ich habe mich stets auf die Abende gefreut.“
Jens-Heiko Strößner dankte den Ausbilderinnen im Namen der Kursteilnehmer, übergab Blumen und Geschenke und sagte, man freue sich schon auf die Gruppenabende. Dort werden die Erfahrungen ausgetauscht und Fragen gesprochen.    
Nun wollen die Ehrenamtlichen gerufen werden.  Familien oder Betroffene, die Unterstützung vom ambulanten Hospizdienst wünschen, melden sich im Bad Lobensteiner Büro, Tel. 036651 3989-3989. Die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen nehmen die Anfrage entgegen, kommen zu einem Erstbesuch und schicken die Ehrenamtlichen. „Wir wägen ab, wer wem gut tut“, sagt Christine Josiger. Die Begleitungen sind vertraulich, kostenfrei und unabhängig von Glaube oder Konfession.
Der ambulante Hospizdienst betreut Gruppen in Oppurg/ Krölpa und Schleiz/ Bad Lobenstein, aktuell findet ein Befähigungskurs in Wurzbach statt.