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Tischlerei baut Hordengatter für Bundesforst

Der Waldumbau der Flächen bei Rodacherbrunn und Grumbach, entlang des Grünen Bandes an der früheren innerdeutschen Grenze, schreitet voran. Die Werkstätten Christoperushof in Altengesees arbeiten dort mit. Aus Altengesees kommen 500 Hordengatter, um ca. 2000 Meter Zaum zum Schutz für junge Pflanzen zu stellen. 
Bei einem Termin im Wald haben neben Werkstattleiter Michael Reinhold auch Matthias Linke und Ronny Mantai gesehen, wie die im Winter gebauten Hordengatter nun im Wald verwendet werden.
"In einem Pilotprojekt haben wir in Zusammenarbeit mit der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein Zaunelemente aus Holz herstellen lassen, die auf der Fläche als sogenannte Hordengatter zum Einsatz kommen”, berichtet Udo Millow vom Bundesforst.  Das für die Gatter verwendete Holz wurde im Wald bei Rodacherbrunn mit einer mobilen Säge zu Holzlatten geschnitten. Diese wurden dann in den Werkstätten Christopherushof in Altengesees gebaut. „Wir waren mit der Arbeit in Altengesees überaus zufrieden. Sowohl bei der Planung, bei der Verwendung spezieller Nägel als auch im Arbeitstempo, sind wir beeindruckt und danken dem Team der Tischlerei und Palettenproduktion“, sagte Udo Millow.  
Die Vorteile der Hordengatter gegenüber den sonst üblichen Wildschutzzäunen aus energieintensiv hergestelltem Drahtgeflecht mit weiten Transportwegen sind vielfältig. Die regional gefertigten Hordengatter aus Holz weisen eine hervorragende CO2-Bilanz auf. Die Transporte werden auf ein Minimum beschränkt. Rückbau und Entsorgung sind nicht erforderlich. Außerdem senkt die bessere Sichtbarkeit der Zäune das Verletzungsrisiko für das Wild erheblich. Und vor allem: Arbeit und Kapital verbleiben in der Region.

Hintergrund

Die größte noch vorhandene Waldfläche der Bodenverwertungs-und -verwaltungs GmbH (BVVG) wird zukünftig von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verwaltet. Der Wald bei Rodacherbrunn soll nun Nationales Naturerbefläche werden. 
Aufgrund der Schließung der BVVG-Landesniederlassung Sachsen/Thüringen zum 31. Dezember 2021 hat der Bundesforstbetrieb Thüringen/Erzgebirge die Betreuung des Waldes übernommen. 
Die überwiegend durch Fichtenbestände geprägte 1.400 Hektar große Waldfläche befindet sich im Thüringer Schiefergebirge zwischen den Ortslagen Grumbach und Rodacherbrunn der Stadt Wurzbach sowie der Landesgrenze zu Bayern. Teilweise ist auch das „Grüne Band“ eingeschlossen – ein gesamtdeutsches Naturschutzprojekt am ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen. Die Flächen sind aufgrund ihrer Lage im Natura-2000-Gebiet naturschutzrechtlich geschützt. Viele seltene und gefährdete Pflanzen- und Tierarten wie Fischotter, Haselhuhn, Uhu oder Wildkatze sind hier anzutreffen. Auch der Wolf wurde schon gesichtet. 
Nicht zuletzt deshalb wurden diese Flächen in die Kulisse für das Nationale Naturerbe (NNE) aufgenommen. Hierbei wird das Ziel verfolgt, bundeseigene wertvolle Naturschutzflächen einer dauerhaften naturschutzfachlichen Sicherung zuzuführen.
Hierzu soll der Wald auf natürlichem Wege und durch die Pflanzung von Mischbaumarten wie Buche, Bargahorn oder Tanne „verjüngt” werden. Damit dies gelingt, müssen die jungen Bäume vor dem Verbiss von Reh- und Rotwild geschützt werden und dazu werden die Hordengatter aus Altengesees verwendet.

Kontakt: 
Michael Reinhold, Werkstattleiter
Altengesees 29,07368 Remptendorf
Tel.: 036643 - 30-4220
Mail: M.Reinhold@diakonie-wl.de