Unterricht im Zirkuszelt

Unterricht im Zirkuszelt

177 Schüler werden in drei Tagen zu Artisten – Drei ausverkaufte Zirkusvorstellungen in Bad Lobenstein

Jongleure, Zauberer, Clowns, gar Seiltänzer, Ziegendomteure, Trapezkünstler und Fakire waren am Donnerstagabend und gestern zweimal in Bad Lobenstein zu erleben. Auf dem Rummelplatz hatte der Zirkus Hein Station gemacht. Das besondere an den Vorstellung: alle Darbietungen wurden von Schülern der Michaelisschule und der Freien Montessori-Gemeinschaftsschule gezeigt. 177 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 20 Jahren waren dafür eine Woche lang Zirkusstars und ließen sich nach den Aufführungen gebührend feiern und das vollkommen verdient. Denn das Publikum im stets bis auf den letzten Platz gefüllten Zelt erlebte drei großartige Vorstellungen.

Das Projekt „Schulen machen Zirkus“ war der Michaelisschule und Freien Montessori-Gemeinschaftsschule im vergangenen Jahr angeboten worden und Schulleiterin Anett Richter hat sich schnell dafür entschieden. „Es ist genau das eingetreten, was versprochen wurde. Die Schüler hatten unglaublich viel Spaß, mussten aber auch viel tun. Sie haben gelernt, Rücksicht zu nehmen, zu vertrauen, sich zu überwinden und zu warten, bis man an der Reihe ist“, so die Schulleiterin.
Bis auf vier Schüler haben alle am Zirkusprojekt teilgenommen und wurden von den Artisten des Zirkus geleitet. Sie sind für vier Tage in die Rolle der Lehrer geschlüpft und unterstützen die Kinder mit großer Hingabe. Die Lehrkräfte waren an den Zirkustagen vor allem Aufsicht und Betreuer.
Vor Projektbeginn durften die Schüler aus verschiedenen Künstlergruppen wählen und noch einen zweiten Wunsch angeben. Dadurch konnten die jungen Artisten am ersten Projekttag unkompliziert eingeteilt werden. Am Dienstag und Mittwoch wurden die verschiedenen Kunststücke geübt, Clown-Nummern geprobt, Zaubertricks einstudiert und die Darbietungen mit den Tieren versucht. Außerdem gab es Kostümproben und Schminken – auch alle Rollstuhlfahrer und schwer behinderten Schüler wurden aktiv in das Zirkusprojekt eingebunden und waren mit allen gemeinsam bei den Aufführungen, ob in der Taubenrevue, als Zauberer, mit der Riesenschlange, bei der Ziegendressur oder als Seiltänzer in der Manege zu erleben.
„Wir danken den Schülern für ihren Mut, den Eltern für die Unterstützung, zum Beispiel wegen der zusätzlichen Fahrdienste und dem Lehrer- und Erzieherteam für ihren Einsatz. Im Zirkus haben wir alle viel gelernt und werden die Erlebnisse sehr lange in guter Erinnerung behalten“, sagte Anett Richter.

Text/ Bilder: Sandra Smailes