Seit 40 Jahren arbeitet Bettina Schmidt voller Engagement und mit Gottes Segen im Dienst der Diakonie. Das wurde am Tag des Dienstjubiläums gefeiert. Die Vorsitzende des Geschäftsbereichs Eingliederungshilfe Arbeit / Integrationsmanagement der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein hat als Jugendliche 1985 in der Stiftung Finneck in Rastenburg ein diakonisches Jahr in der Betreuung schwerstmehrfach behinderter Menschen absolviert. „Das sollte die Vorbereitung auf mein Theologie-Studium sein. Die Erfahrung hat meine Pläne geändert. Ich habe mich damals entschieden, meine Arbeit in den Dienst der Diakonie zu stellen", sagt Bettina Schmidt. Es folgte der Beginn der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin in Neinstedt. 1988 kam sie durch eine Ausschreibung der evangelischen Wochenzeitung „Glaube und Heimat" nach Altengesees zur Evangelischen Stiftung Christopherushof.
Dort lebt und wirkt sie seitdem. Eben dort, im Speisesaal der Werkstätten Christopherushof, wurde das 40. Dienstjahr mit einer sehr persönlichen, wertschätzenden Andacht gefeiert und Bettina Schmidt gedankt. Zwei Geschäftsführer der Diakoniestiftung, Dr. Klaus Scholtissek und Ramón Seliger, Wegbegleiter und viele Beschäftigte waren dabei. Es wurden Geschichten erzählt, die den Weg von Bettina Schmidt beschreiben, zeigen, wo und wie sie wirkt und wo sie Entwicklungen vorangebracht hat. An der langen Kaffeetafel war später Gelegenheit zum fröhlichen Austausch, zum Bilder ansehen und Erinnerungen wecken. Ein Nachmittag, der ihr und allen, die mitgefeiert haben, in guter Erinnerung bleiben wird.
„Als ich nach Altengesees kam, lebten in einem Bauernhaus 48 Menschen mit Behinderung. Die Männer waren in der Schalsteinproduktion und der Hauswirtschaft tätig, 15 Leute in einem Schlafsaal, alle Mitarbeiter waren für Arbeit und Wohnen gleichzeitig zuständig", erzählt sie. Durch die Wiedervereinigung wurde vieles möglich. Bettina Schmidt hatte klare Vorstellungen und Visionen. Zu Beginn arbeitete sie im Begleitenden Dienst, studierte dann Sozialpädagogik und Sozialbetriebswirtschaft. Nach dem Studium entschied sie sich bewusst für den Christopherushof und Altengesees, baute dort mit ihrem Mann ein Haus und wurde sozialpädagogische Leiterin in der Evangelischen Stiftung Christopherushof. Durch die neuen gesellschaftlichen Umstände in der Wendezeit kam es zum Auflösen der geschützten Arbeitsplätze in den Betrieben. Durch umfangreiches Planen der Stiftung Christopherushof wurde 1995 eine neue Werkstatt in Altengesees eingeweiht und sofort für viele Beschäftigte ein Arbeitsplatz geschaffen.
Die bisherigen Arbeitsangebote Korbflechten und Weben wurden durch die Bereiche Metall- und Holzbearbeitung, Töpferei und die Kreativwerkstatt erweitert. Später kamen die Gartenbaugruppe, die Zigarrenmanufaktur, die Wäscherei und Bäckerei mit Hofladen dazu.
Im Jahr 2000 wurde eine neue Werkstatt in Bad Lobenstein eröffnet und mittlerweile gibt es zwei große Standorte in Saalfeld.
Auch in die Vorbereitung und Durchführung der Fusion zur Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein 2009 zum größten Träger diakonischer Arbeit in Thüringen investierte Bettina Schmidt ihre Ideen, Vorschläge und Konzeptionen. Nach erfolgreicher Umsetzung leitet sie gemeinsam mit Martin Scheidt und Mario Bartholomaeus den Geschäftsbereich Eingliederungshilfen. Zu ihm gehören 24 Wohnstätten und es sind rund 600 Menschen in vier Werkstätten für Menschen mit Behinderung beschäftigt. Außerdem ist sie Geschäftsführerin der Diakonie Landgut Holzdorf und der Intergrationsfirma Inclusio Weimar, zwei Tochtergesellschaften der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein.
Auf dem traditionsreichen Landgut in Weimar sind in den zurückliegenden Jahren viele diakonische Einrichtungen aufgebaut und entwickelt worden: der Waldkindergarten, Ausbildungsangebote des Diakonischen Bildungsinstituts, Arbeitsmarktprojekte, eine Küche mit regionalen Lebensmitteln, die Einrichtungen über Holzdorf hinaus versorgt, und eine Cafeteria, eine kleine Pension, Räume für Tagungen und private Feiern, ein Inklusionsbetrieb, Wohnangebote und ambulante Begleitungen für Menschen mit Handicaps. Auch die Pflege des kulturhistorischen Erbes und die kulturellen Angebote sind nur möglich durch Eingliederung und Teilhabe von Menschen mit einer Behinderung.
Kontakt: Bettina Schmidt
Geschäftsbereichsleiterin Arbeit/ Integrationsmanagement
Altengesees 29, 07368 Remptendorf
Tel.: 036643 - 30-4123, Mail: B.Schmidt@diakonie-wl.de



