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Weimars guter Geist der Alten- und Krankenpflege

In diesem Jahr feiert die Schwestern- und Bruderschaft des Sophienhauses in Weimar das 150. Jubiläum ihrer Gründung. Gestiftet wurde die Schwesternschaft am 21. November 1875 von der Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach zur Versorgung ihres Großherzogtums mit Krankenpflegerinnen. Im Anschluss an den Bau und die Eröffnung des Mutterhauses 1886 erhielt die Schwesternschaft regen Zulauf und erarbeitete sich große Verdienste auch weit über Weimar hinaus.

Zur Feier des 150. Jubiläums versammelten sich die Schwestern und Brüder der diakonischen Gemeinschaft in Weimar im Rahmen ihres traditionellen Aufatmen-Wochenendes im November. Höhepunkt der Feierlichkeiten war ein Gottesdienst in der Herderkirche, gestaltet von Superintendent Henrich Herbst und Rektor Ramón Seliger. Im Anschluss war zum Empfang mit zahlreichen Gästen, u. a. Oberbürgermeister Peter Kleine, Prinz Michael von Sachsen-Weimar-Eisenach und Oberin Constanze Schlecht, die Vorstandsvorsitzende des Zehlendorfer Verbandes, geladen.  

„Ob die Großherzogin Sophie ahnte oder auch nur ahnen konnte, welche Weichen sie gestellt hat? Wir die Nachgeborenen – mehrere Generationen nach dem Gründungsjahr – leben heute in einer anderen Zeit, in anderen gesellschaftlichen Verhältnissen. Wenn diese Gemeinschaft, heute Schwestern- und Bruderschaft, über die vielen Regimewechsel hinweg bestanden hat und besteht, dann muss da ein Glutkern sein, der über viele Herausforderungen hinweg trägt und inspiriert. Dieser Glutkern hat über ihre geistliche Gemeinschaft hinaus diakonische Arbeit weit über die Krankenpflege hinaus inspiriert, angestoßen und geprägt: Viele Schwestern haben weit über Weimar hinaus in vielen Teilen Thüringens gepflegt und ihren Glauben bezeugt“, sagte Dr. Klaus Scholtissek, Vorstand der Stiftung Sophienhaus und Geschäftsführer der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein, zur Begrüßung.

Ganz besonders froh, ist er darüber, dass im Festgottesdienst zwei Frauen in die Schwesternschaft aufgenommen wurden. Yvonne Witt, Mitarbeiterin der Diakonie-Tagespflege St. Michael in Bad Lobenstein, und Dorothea Heller, Pfarrerin und Klinikseelsorgerin am Sophien- und Hufeland-Klinikum in Weimar. Sie wurden durch Rektor Ramón Seliger in die Schwestern- und Bruderschaft eingesegnet.

Rosmarie Grunert, die Oberin der Schwestern- und Bruderschaft des Sophienhauses sagt: „Großherzogin Sophie gab ihren Schwestern mit auf den Weg: „Gottes Wege sich wunderbar. Zu Gott den Sinn. An Gottes Segen ist alles gelegen.“ Das gilt bis heute. Wir sind dankbar für Gottes Bewahrung und Segen in 150 Jahren. In dieser Zeit erlebte die Gemeinschaft mehrere gesellschaftliche Umbrüche, in denen sie sich neu orientieren musste. Heute versteht sich die Gemeinschaft als Glaubens-, Weg- und Dienstgemeinschaft.  Mit der Einsegnung von zwei neuen Schwestern in diesem Gottesdienst wird deutlich: Der Weg der Schwestern- und Bruderschaft des Sophienhauses führt in die Zukunft.

Hintergrund: Die Schwestern- und Bruderschaft des Sophienhauses wurde 1875 gegründet und widmete sich von Beginn an der Krankenpflege und der Krankenpflegeausbildung. So steht die Schwestern- und Bruderschaft auch für die Wurzeln des heutigen Sophien- und Hufeland-Klinikums in Weimar und der dortigen Evangelischen Pflegeschule. Schulleiterin Rosmarie Grunert ist zugleich die Oberin der Schwestern- und Bruderschaft. Die Schwestern- und Bruderschaft des Sophienhauses ist heute eng mit der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein verbunden. Aktuell gehören 61 Schwestern und Brüder in ganz Deutschland zur Gemeinschaft, die inzwischen weit über die Pflege hinausreicht und offen steht für Menschen, die sich im diakonischen Bereich engagieren.